Lieblingsfolgen – Ep. 1 – DS9: “In the Pale Moonlight”

Es ist soweit: Ein neues Format ist geboren. Das “Discovery Panel” wirft den Blick über den Tellerrand und bespricht Lieblingsfolgen aus dem “Star Trek”-Kosmos außerhalb von “Star Trek: Discovery”. In der ersten Folge hat Andreas die wunderbare Folge “In the Pale Moonlight”, Folge 19 aus der 6. Staffel von Deep Space Nine mitgebracht.

Captain Benjamin Sisko muss sich hier einem moralischen Konflikt stellen, um einen entscheidenden Schritt im Krieg gegen das Dominion zu tätigen. Aber hört selbst.

Wir freuen uns natürlich sehr über Feedback (und Fixsterne bei Itunes!).

 

 

10 Gedanken zu „Lieblingsfolgen – Ep. 1 – DS9: “In the Pale Moonlight”

  1. So, ich hab gestern Abend noch ganz schnell meine Hausaufgaben gemacht (irgendwie hat sich daran in den fast drei Jahrzehnten, seit ich aus der Schule raus bin, nicht geändert: die Hausaufgaben für den Montag werden immer erst auf den allerletzten Drücker am Sonntagabend gemacht! 😀 ) und bin schon sehr gespannt, was Ihr mir nun so über die Folge erzählt.

    Ich selbst bin ein wenig… weißnichtwie aus der Folge rausgegangen. Nachdem diese Folge in der letzten Zeit so viel Lob bekommen hat, musste das unausweichliche geschehen: sie hat ein paar der Vorschusslorbeeren verloren (vielleicht auch wegen zu hoher Erwartungshaltung), hat aber auch einiges an unerwarteten (weil lange nicht mehr gesehen) Pluspunkten dazu gewonnen. Licht und Schatten halt.
    Im großen und ganzen aber: eine Folge, der man durchaus verdient das Prädikat “Lieblingsfolge” geben kann.

  2. Interessant, wie unterschiedlich man gewisse Dinge empfinden kann: ich hatte Avery Brooks immer als einen eher schlechten Schauspieler empfunden, hölzern, aufgesetzt und viel zu theatralisch. Das Hölzerne hat er in dem Moment verloren, als ich von deutscher Synchro auf Original-Ton umgestiegen bin, der Rest bleibt leider immer noch. Und das ist auch schon der Großteil der durch mich eingebüßten Vorschuss-Lorbeeren: Avery Brooks Schauspiel. Das ist jetzt in dieser Folge zwar auch nicht aufgesetzter und pathetischer als im Rest der Serie, aber halt auch nicht natürlicher (im Gegenteil zu Euch empfinde ich Szenen, in denen andere Schauspieler neben Brooks nuschelnd oder wie Nana Visotor mit typisch amerikanischem Geleier reden, nicht Brooks als den besseren Schauspieler, sondern mit seiner unnatürlich überbetonten Art als den schlechteren.)
    Wahrscheinlich auch eine Frage der Gewöhnung, bzw. dass ich DS9 schon lange nicht mehr gesehen habe und daher Avery Brooks nicht mehr gewöhnt war.

    Dessen habe ich aber das Durchbrechen der 4. Wand auch als einen ziemlich guten Kniff angesehen, um den Zuschauer sofort einzubinden. Hat bei mir zumindest auch gleich gezogen. Also, was das angeht, bin ich wieder ganz bei Euch.

    Ansonsten auch, wie gesagt, bin ich ganz Eurer Meinung: tolle Folge, die das Prädikat verdient.

    P.S.:
    Dr. Bashir und Dr. Baltar – das ging mir ganz genau so! Ich schaue, bzw. suchte ja jetzt auch endlich Battlestar (hab ich Euch schon mal gesagt, dass das an Euch liegt? Ihr alten Influenzer, Ihr!), und ich hab da wirklich erst mal ganz genau hinschauen müssen, bis mir klar war, dass Dr. Baltar nicht von Alexander Siddig gespielt wurde. War ein wenig enttäuscht, muss ich sagen. *Schnief*
    Umso mehr hat mich sein kleiner, aber feiner Auftritt hier gefreut. Der Mann zeigt Rückgrat! So gehört sich das! Wenn man den dummen jungen Dödel vergleicht, der Bashir noch zu Beginn der Serie sein sollte, finde ich es immer wieder toll, zu was für einem starken Charakter er sich im lauf der Serie entwickeln durfte.

  3. Was für ein Mega Guter Podcast! Vielen Vielen Dank Jungs. Ihr habt schon so viele tolle Cast`s gemacht. Aber dieser ist absolute Oberklassen.
    Wie immer gewitzt und symphytisch und mit Infos die ich gar nicht hatte oder mir nie aufgefallen sind.
    Mir ist nie aufgefallen das sich Siskos und Dax Probegespräch später wiederholte..
    Eines mal vorweg als ich DS9 damals sah gab es zu gut wie keine Begleitkultur aus Podcast und Web. Mir wurde erst später suggeriert Avery Brooks sei ein schlechter Schauspieler oder aufgesetzter… Ich fand ihn immer fantastisch.
    Habe die Folge jetzt noch mal geschaut.. mag sein er spielt vielleicht was phatischer… aber mich störte oder stört das nicht. Irgendwo im Cast erwähnt ihr auch Sisko sei nicht so beeindruckend wie Picard oder Janeway..oder kein Alpha Männchen….! sah ich nie so.. für mich war Sikso eine beeindruckend Führungsperson..
    In the Pale Moonlight war schon immer eine der am besten bewerten DS9 Episode.. ich denke Ihr werdet keinen mit einer anderen Meinung finden… oder wenige. Ich mag nur einige DS9 Episoden noch lieber.. ( z.b..Die um die Eroberung von DS9 und Inter Arma iment silent leges..) Für Trek Fans ist ein Diamant.. nicht Star Trek Fans werden sich kaum einen Cast von einer 20 Jahren alten Episode anhören..
    Die Position der Romulaner waren für mich eher schwer nachzuvollziehen wenn sie mit der Föderation fertig wären, würden sie die Romulaner wohl kaum in Ruhe lassen.
    Es gab in vielen DS9 Folgen ja diese Moral Frage… ob man zb diesen Virus bei den Gründern freisetzt… nur es ist eben so das Dominion war weder an Verhandlungen interessiert und hätte noch Millionen oder Milliarden getötet…
    Mit Moralischem und korrekten Vorgehen war dieser Krieg wohl kaum gewinnen…

    Vielen Dank Jungs.
    Florian

  4. Hallo Panel Team,

    sehr guter Podcast, gut zusammengefasst, diese Folge ist gut aber jetzt nicht meine Lieblingsfolge. Bei DS9 sind die ersten beiden Staffeln für mich so die Einführungs- folgen. Ab der 3. Staffel wird es so richtig interessant und sehr sehr spannend. Meine Lieblings Folgen sind aus der 4. Staffel, Folge 10+11, Sisko spielt eine sehr starke Rolle, sowie sein Vater und Jake. Wäre super eure Meinung dazu zu hören. Die Garak Folgen gehören auch dazu, er spielt einfach fantastisch.
    Macht weiter so …

  5. Noch mal eine Nachbetrachtung zu der Folge.
    Also ich habe nochmal mit meiner Freundin gesprochen und die Folge gesehen.. Die wird immer ähhh gezwungen Star Trek zu schauen.. und sie meinst Sisko sei von allen doch das größte Alphmännchen..

    Schaut noch mal die Szene wie er durch die Gänge rennt zu Garak, also ich würde mich Sisko nicht in den Weg stellen und würde auch lieber von Picard angebrüllt werden als von Sisko..
    Er ist doch psychisch schon eine Eindrucksvolle Erscheinung und wirkt sehr autoritär und ganz und gar wie Alpha Männchen..
    Was mir bei noch mal gucken aufgefallen ist .. wie recht Ihr habt, mit dem guten World Building.
    Die gefälschte Unterhaltung… die hätte für uns als Zuschauer genauso stattfinden können typisch Weyoun eben.
    Aber ein kleines Logikloch ist leider.
    Warum bitte sollten die Romulaner denken, dass das Dominion eben sie, wenn sie mit der Föderation fertig sind… sie in Ruhe zu lassen!! ?
    Nö sorry Sisko hat völlig recht das würden sie niemals akzeptieren… das es weiter ein Reich gibt im Alpha Quadranten . Daraus haben die Gründer nie ein Geheimnis gemacht . Den Solets kann man nicht trauen und sie brauchen Ordnung.
    Die Romulaner hätten schon vorher eingreifen müssen, denn wenn erst die Koalition besieht ist, sind sie umso leichter zu schlagen. Nur vorher hätten sie ein Chance.
    Und die Romulaner hätten das denke ich einfach erkennen könne..
    Mal so am Rande hätte Sisko Odo nicht schlicht befehlen können den Fälscher fei zu lassen.. ?!
    Er hat doch die Militärischen Gewalt auf DS9??
    Einer von euch sagtet Dax spiele den Romulaner nicht so dolle.. ich bin eher bei der anderen Position von Euch sie ahmt eben den Romulaner nach…
    Der war auch Göttlich gespielt…
    VIELEN DANK NOCH MAL FÜR DEN CAST
    Florian

  6. Hallo Jungs,

    Ich höre Euren Podcast schon von Beginn an, habe aber bisher nicht kommentiert.

    Aber jetzt mal: ein großes Lob für Eure Idee, Lieblingsfolgen zu besprechen! Was war das schön, sich nicht immer nur vorzunehmen, mal wieder alte Folgen zu gucken, sondern tatsächlich mal eine alte DS9-Folge bei Netflix zu starten, und das zum ersten Mal auf englisch.
    Ich habe DS9 mindestens zweimal komplett gesehen, aber bisher immer auf deutsch. Nur mal ein paar Folgen im Original, z.B. auf Conventions, wenn es ganz frische Ware gab.
    Und jetzt so eine tolle Folge, auf englisch, mit den tollen Stimmen von Brooks, Auberjonois und auch Shimerman!

    Meine Idee zu Euren Gedanken zu Siskos Plan und der Bestätigung durch Starfleet: Vielleicht hat derjenige, der bei Starfleet das Okay für Siskos Plan gegeben hat, genauso mit sich gerungen und gehadert, um dann zu dem Schluss zu kommen, dass dieser Captain auf diesem Außenposten die einzig richtige Idee hatte und dass man das jetzt mal so durchziehen muss. Kann ja auch eine schwere Entscheidung gewesen sein.

    Jetzt freue ich mich auf TNG und Data. Wahrscheinlich bin ich gerade so begeistert, weil es bei Trek am Dienstag noch so lange dauert, bis DS9 endlich losgeht…

  7. Ich habe die Folge etwas verspätete gehört. Sie ist auf jeden Fall eine tolle, wenn auch sehr antiklimatische Folge. Sisko erinnert hier sehr an Archer aus der dritten Staffel Enterprise, bzw. umgekehrt.
    Ich denke, dass solche Handlungen nicht zu rechtfertigen sind. Was ist der Kampf für den eigenen Wertekanon wert, wenn man sich auf dem Weg dorthin von selbigem verabschiedet, oder ihn nur nutzt, wenn es einem in den Kram passt?
    Außerdem haben wir ja gesehen was ausreicht, um die Gründer zur Kapitulation zu bringen. Odo muss einfach zu ihnen zurückkehren
    Noch was zu Cornwell. Reicht euch als Erklärung ihrer Handlungen nicht aus, dass sie von den Klingonen lange gefoltert wurde? Ich finde, dass man damit eigentlich sehr gut irrationale Handlungen erklären kann. Warum alle anderen mitziehen, steht auf einem anderen Blatt.

  8. Hallo zusammen,

    “In The Pale Moonlight” ist eine tolle Folge, aus genau den Gründen, die ihr anführt. Großartiges Drehbuch, dicht, gut gespielt. Und auch einfach: Spannend! Der moralische Konflikt, Siskos Hadern – eine Freude zuzuschauen. Ich kann mich daran erinnern, dass ich nach der Erstausstrahlung damals platt vorm Fernseher saß mit dem Gefühl, gerade einen wirklich ganz besonderen Star-Trek-Moment gehabt zu haben.
    Aber leider, bei all den Qualitäten die die Folge hat: Jetzt, wo die Serie als Ganzes steht, taugt sie für mich als Lieblingsfolge nicht mehr. Am Ende der Folge ist erst mal klar: Der Zweck heiligt die Mittel. Hinterfragt wird das später allerdings nicht mehr. Ich meine jetzt nicht das biomimetische Gel, das evtl. nun irgendwo irgendeiner zwielichtigen Gestalt zur Verfügung steht, sondern ganz klar Siskos allen Star-Trek-Prinzipien widersprechende Entscheidungen. Das hätte später unbedingt noch mal aufgegriffen werden müssen, ist aber leider nicht passiert. Gut, der Krieg nimmt am Ende alle irgendwie mehr oder weniger mit – aber ein solcher Wendepunkt hätte deutlich und mit konkretem Bezug auf diese Folge aufbereitet gehört. So bleibt stehen: “Der Zweck heiligt die Mittel, wenn es denn das Kriegsglück wendet”. Und diese Botschaft sehe ich bei “In The Pale Moonlight” leider immer mit. Und diese Botschaft gefällt mir nicht.
    Was den nun gebrochenen Sisko betrifft: Eigentlich habe ich ihn von Beginn an als gebrochenen Charakter wahrgenommen: Immerhin hat er mit dem Verlust seiner Frau vom Pilotfilm an ein Trauma im Gepäck – und das hat Avery Brooks über die Staffeln hinweg auch nie vergessen. Meiner Meinung nach eine weitere Zutat zur im Vergleich zu anderen Star-Trek-Serien größeren Charaktertiefe bei DS9.

    Schöne Idee das mit den Lieblingsfolgen!

    Gruß,
    chrysomeles

  9. Hallo Andreas und Sebastian!

    Ich finde euren Podcast auch super. Die erste Staffel von DSC hat mir persönlich nicht gefallen, ich bin also anderer Meinung als ihr. Gut finde ich, dass ihr auch Gäste einladet, sie sich kritisch zu DSC äußern (z.B. Benjamin Stöwe). DS9 ist meine Lieblingsserie, v.a. wegen den Charakterdarstellungen. Ja, ich sehe durchaus Parallelen zwischen DSC und DS9. Ich stimme euch aber ganz und gar nicht zu, wenn ihr sagt: “Wer DSC kritisiert, der muss auch DS9 kritisieren, denn dort ist vieles ganz ähnlich!”. DS9 zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass der Krieg sehr detailliert über mehrere Staffeln hinweg erzählt wird. Ich als Zuschauer kenne die Sternenflotte, die Besatzung von DS9, das Dominion und weiß darum auch, was dieser Krieg mit den Leuten macht, wie sie verändert werden. Besonders deutlich erkenne ich das an Sisko, weil er an den Schalthebeln der Macht sitzt und die großen und schwierigen Entscheidungen treffen muss. Ich nehme es Sisko total ab, dass er mit sich ringt und hadert. Er ist Offizier der Sternenflotte und möchte keinen Krieg führen, aber er weiß, dass er keine Wahl hat. Er will Menschenleben retten und seine Leute beschützen, weiß aber gleichzeitig, dass er dazu im Ernstfall nicht immer in der Lage ist. Deshalb wirkt sein Dilemma glaubwürdig und die Episode ist stark. Wie ihr schon richtig sagt, funktioniert diese Folge, weil die Story und die Charaktere bis dahin so weit entwickelt und so gut ausgearbeitet wurden.
    Und DAS ist der ganz große und entscheidende Unterschied zur ersten Staffel DSC: DSC erzählt auch die Geschichte eines Krieges, nimmt sich aber keine Zeit, um diese Geschichte richtig zu erzählen! Sisko ist in DS9 der Entscheider und “Macher”, er hat das Problem, dass er seinen Leuten Befehle geben muss, die furchtbare Konsequenzen haben können. Ich kann mich sehr gut in ihn hineinversetzen und leide mit ihm! Stellen wir dem doch mal DSC gegenüber: Dort trifft die Sternenflotte, namentlich sind hier Admiral Cornwall und Sarek zu nennen, auch einige moralisch fragwürdige Entscheidungen. Vergleicht doch mal bitte das Auftreten von Cornwall und Sarek am Ende von “Will You Take My Hand?” mit dem von Sisko am Ende von “In the Pale Moonlight”! Na, fällt euch etwas auf? Ja, genau! Cornwall und Sarek haben im Gegensatz zu Sisko ÜBERHAUPT keine Probleme damit, solche moralisch fragwürdigen Entscheidungen zu treffen und einen Völkermord an den Klingonen zu begehen! Cornwall wird ja sogar am Ende noch für ihre “Verdienste” AUSGEZEICHNET! Was soll das bitte?!? Macht sich diese Frau eigentlich Gedanken darüber, was sie gerade angestellt hat? Sareks einziger Kommentar zu Burnham ist so etwas wie: “Ich habe mich geirrt.” Aha, du hast dich also GEIRRT, als du vor 15 Minuten einen VÖLKERMORD befürwortet hast? Ernsthaft?
    So wie das Finale der ersten Staffel von DSC verläuft, kann ich mir gut vorstellen, dass Cornwall und Sarek zusammen essen gehen und sich darüber freuen, dass alles so “gut” verlaufen ist und der Krieg gegen die Klingonen beendet werden konnte. Sisko hingegen zerbricht fast an seiner Verantwortung und den Entscheidungen, die er treffen muss. DS9 ist gut geschrieben und erzählt seine Geschichte über den Krieg mit Episoden, die eine sehr dichte Atmosphäre haben (wie z.B. “In the Pale Moonlight”). In DSC muss der Krieg unbedingt innerhalb der ersten Staffel beendet werden, was keinen Raum für ausführliche Erzählung bietet. Aus diesem Grund kann finde ich Siskos Entscheidungen und seine Gedanken und Gefühle viel nachvollziehbarer als das, was ich in DSC gesehen habe. Das unterscheidet DSC von DS9.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.