Lieblingsfolgen – Ep. 5 – TNG: “Yesterday’s Enterprise”

Was würdet ihr tun, wenn plötzlich ein Geist aus der Vergangenheit aus einer Nebelbank vor euch treten würde? Wahrscheinlich würdet ihr nichts tun, denn ihr würdet gar nicht merken, dass sich mit dem Eintritt des Geistes die gesamte Gegenwart zum Schlechten verändert hat. Nur Guinan kann euch den Ausgang zeigen – aber wer hat schon eine Guinan?

Andreas und Sebastian widmen sich einer Lieblingsfolge aus TNG: “Yesterday’s Enterprise”. Sie gehen zeitphilosophischen Überlegungen nach, wundern sich über Guinan und Picards Glauben an ihre Prophezeiungen und fragen sich, ob die Story nicht auch unter anderen Voraussetzungen funktioniert hätte.

Außerdem im Studio: Ole Reinsch, Mr. “Spore-Drive-Jesus”, der seine geschichtlichen Kenntnisse nutzt, um die Überlegungen aus der in der letzten Woche besprochenen TOS-Folge “The City on the Edge of Forever” einzuordnen.

Sein zitierter Artikel zur Frage nach der Atomwaffe der Nazis findet sich hier:

https://www.zeit.de/wissen/geschichte/2016-12/ns-zeit-adolf-hitler-atombombe-entwicklung-werner-heisenberg-kernphysik

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5 Gedanken zu „Lieblingsfolgen – Ep. 5 – TNG: “Yesterday’s Enterprise”

  1. Also, bei den Uniformen habt Ihr nicht wirklich besonders gut hingeschaut… oder eigentlich gar nicht: Die Uniformen, die die D-Crew in der alternativen Timeline trägt, sind nicht im geringsten die roten Kino-TOS-Uniformen, sondern die roten, gelben und blauen TNG-Uniformen, lediglich leicht verändert, mit etwas anderen Kragen, Holstern, weißen Gurten und so. Die unteren Mannschaftsränge (in 10 Vorne zu sehen) tragen die Uniformen der 1. Staffel, mit Gurten etc. Die TOS-Kino-Uniformen werden von der C-Crew getragen. (Eigentlich schade: ich mag zwar die Kino-TOS-Uniformen nicht besonders, aber ich hätte es stringent gefunden, wenn die Sternenflotte die in dieser Timeline noch tragen würde. In 20 jahren Krieg hat man zwar ausreichend Gelegenheit, die Technologie zu verbessern, wie das so im Krieg ist, aber vielleicht weniger Muse, die Uniform-Mode zu ändern.)

    Auch die Brücke der D ist keine andere, weder die Battle-Brücke, noch eine alte TOS-Brücke. Das ist die ganz normale TNG-D-Brücke, abgedunkelt und leicht umgebaut: Der Captain’s Sessel steht erhöht und einzeln, ohne die beiden Sessel links und rechts daneben. Das ist im Großen und Ganzen schon alles.

  2. Aber ansonsten bin ich ganz bei Euch: tolle Folge!
    Und eine sehr coole Folgenbesprechung.

    Bei einer Sache bin ich allerdings zumindest bei 50% von Euch: ich habe mich (damals wie heute) sehr gefreut, Tasha wieder zu sehen.
    Bei mir ist schon immer die Mannschaft der 1. Staffel als DIE Ur-Mannschaft der D-Enterprise abgespeichert gewesen. Vielleicht weil TNG damals so neu und aufregend war, ich weiß es nicht wirklich, warum. Klar hat sich später die Mannschaft ab der 3. Staffel als feststehende Größe etabliert (mit Worf als DEM Sicherheitschef der Enterprise), aber irgendwie hat für mich alles mit einer Mannschaft angefangen, bei der ein Blinder am Steuer saß (wenn da kein Wunderkind Platz genommen hatte), sein Androidenkumpel auf dem Platz neben ihm, der berufsjugendliche Klischee-Draufgänger als 1. Offizier und die deplatziert gekleidete Betazoiden-Sexbombe neben dem förmlichen Captain, dem Klingonen vom Dienst (der da auch sonst keine andere Funktion hatte) irgendwo im Hintergrund, und eben der zierlichen blonden Frau, die die taffe Sicherheits-Chefin war, und damit schon rein optisch einen viel interessanteren Kontrast als der hühenehafte, wild aussehende Worf zu dem aggressiven, kriegerischen Naturell abgegeben hat, das dieser Posten an Bord eines Raumschiffes scheinbar erfordert hat (zumindest hatte man damals so den Eindruck – bis dann Odo kam und uns gezeigt hat, was ein Sicherheitschef EIGENTLICH so macht!)

    Eine Sache ist mir jetzt beim Zuhören auch wie Schuppen von den Augen gefallen: Guinan ist wirklich eine absolute Deus-ex-machina-Figur! Dass mir das vorher nie so aufgefallen war!

    Und VERDAMMT schade, dass man aus dieser Story nicht den TOS-zu-TNG-Übergabe-Kinofilm gemacht hat! So gut diese Folge ist, als Kinofilm hätte das möglicherweise der Hammer werden können!

  3. das war wieder eine schöne Folge. Danke auch für den fachmännischen historischen Exkurs zum II. Weltkrieg.

    Ich habe versucht mich zu erinnern, ob ich das Erscheinen von Tasha bei der damligen Erstaustrahlung erfreulich fand oder nicht. Ist halt schon laaaange her. Also, zum einen fand ich Tasha Yar damals gut, ich hatte damals selbst noch Kampfsport gemacht und fand es toll eine weibliche Figur zu haben, die das ausübte, und war sehr traurig, als sie den Serientod starb. Zumal damals zu lesen stand, sie wollte nicht ausscheiden, sondern wurde aus der Serie wegen Nacktfotos rausgeschreiben, was ich unnötig prüde fand.

    Danach kam ja Worf, und obwohl ich ihn anfangs nicht ganz so sehr mochte, hatte ich ihn bis zur Austrahlung dieser Folge liebgewonnen, das Erscheinen Tasha war daher zwiespältig, einerseits mochte ich sie, einerseits gönnte ich Worf seine Position.

    Dass Tasha in dieser Folge auftauchen würde, habe ich vorher, so meine ich mich zu erinnern, nicht gewusst, da wurde keine Werbung für gemacht. Beim Lesen des Folgentitels in der Fernsehzeitung dachte ich auf jeden Fall, jetzt kommt Kirk mit der “richtigen” Enterprise und fand das eher nicht so gut, weil ich mit TOS nix anfangen konnte.

    Die Liebesgeschichte mit diesem Enterprise-C-Typ fand ich schon damals bescheuert, und mit jedem Neugucken, wurde es nicht besser, zumal der Kerl optisch überhaupt nicht ansprechend war… uäh…
    So ist mir die Folge auch im Gedächtnis geblieben, und als dann iiiiirgendwann mal viiiiiiele Jahr später auf Tele5 die Wiederholungen kamen, war ich ziemlich überrascht, als sich beim nochmal anschauen herausstellte, dass an der Folge doch mehr dran ist.

    Inzwischen schaue ich sie ganz gerne, das Anhimmel-Gedöns blende ich aus, und fokussiere mich auf den Rest und hab meinen Spaß, prinzipiell find ich Zeitreise-Folgen nämlich klasse.

    Ein generelles Wort zu den Schauspielleistungen bzw. eher zu Euren ständigen Kommentaren zu den Schauspielleistungen.
    Dass Patrick Stewart ein toller Schauspieler in diesem Ensemble war, habe ich damals schon wahrgenommen, dass alle anderen noch nicht mal halb so gut waren und daher entsprechend negativ auffielen – Wesley Crusher mal außen vor – habe ich niemals so empfunden.
    Insofern fühle ich mich stellvertretend für die anderen Rollen manchmal etwas gekränkt, wenn ihr Euch über das Schauspielniveau lustig macht. Leute, das ist eine Fernsehserie, nicht Shakespeare-Theater, ich finde Ihr setzt da einen Maßstab an, den es nicht braucht.
    Bei TOS find ich das overacting zwar auch öfter mal merkwürdig, aber im zeitlichen Rahmen betrachtet, sind das doch gute Leistungen.
    Cisco habe ich nie als overacting empfunden, auch nicht in der besprochenen Folge, der ist einfach ein großer kräftiger Mann mit genau der Ausstrahlung, mit der er dann auch spricht, das passt immer.
    Gleichzeitig finde ich das ständige in den Himmel loben der Schauspielleistungen der Discovery-Crew masslos überzogen. Jason Isaacs war sicher überragend, sozusagen Patrick Stewart Niveau, aber die anderen haben doch im Rahmen der heutigen Zeit einfach “nur” (nicht despektierlich gemeint) ihre Rollen gespielt.
    Ihr messt Da mit zweierlei Maß, finde ich.

    gruß
    Stefanie

  4. Tolle Besprechung für eine hervorragende Episode… wenn man mal von dem ganzen Liebesgesäusel absieht. Die ganzen Hintergrundinformationen über die Entstehung fand ich äußerst interessant.
    Außerdem bin ich ganz Felos Meinung: Was wäre das für ein grandioser Kinofilm geworden… und bei den Uniformen habt ihr nicht genau hingeschaut. Aber auch die Filmemacher wohl nicht: Als in der letzten Szene Guinan Geordi nach Tasha fragt, trägt La Forge lustigerweise noch die Uniform aus der Kriegszeitlinie, obwohl die original Zeitlinie schon wieder hergestellt wurde.
    Und noch kurz zu den Schiffsklassen: Die Enterprise-C ist mitnichten ein Schiff der Constitution-Klasse, sondern der Ambassador-Klasse. Zur Constitution-Klassse gehört Kirks Original-Enterprise aus der 60er TV-Serie, oder auch die Refit-Variante aus den Kinofilmen 1-6.
    Mir ist aufgefallen, dass viel über TNG und DS9, und auch mal über TOS und Voyager gesprochen wird. Ich kann mich aber gar nicht erinnern, dass TAS und Star Trek: Enterprise überhaupt mal erwähnt wurden. Doch auch diese haben doch einige fantastische Episoden zu bieten: Bei TAS ist z.B. “Yesteryear” (“Das Zeitportal”) eine Empfehlung wert (geschrieben von D.C. Fontana). Und auch Enterprise liefert mit z.B. “Similitude” (“Ebenbild”), “Twilight” (“Dämmerung”) oder “Dear Doctor” (“Lieber Doktor”) einige hervorragende Episoden.
    Als ich den neuen Discovery-Trailer sah, weckte das sofort Lust auf die neue Staffel, auch wenn die ganze Optik noch weiter Richtung J.J.verse verschoben wird (siehe Verfolgung zwischen den Asteroiden). Aber den Nies-Gag am Ende hätte man sich schenken können, denn der war ja schon zu TOS-Zeiten nicht mehr lustig… aber wir befinden uns ja zehn Jahre davor. Ich bin aber gespannt auf eure Trailer-Analyse und freue mich auf euren nächsten Podcast.

    Weiter so

    1. Bei TAS kann ich mich nur anschließen: das ist generell eine Serie, die sehr viel besser ist, als man vermuten möchte (auch wenn es eindeutig eine sparsam animierte und sparsam produtzierte Serie ist, die sich wirklich mehr nur an Kinder richtet als die anderen Serien), und gerade “Das Zeitportal” ist wirklich eine besonders gute Folge. Wenn ich mich nicht ganz falsch erinnere, war das sogar die eine Folge, die schon zum Canon dazu gezählt wurde, bevor man die ganze Serie offiziell als canon deklariert hat (WENN ich ich nicht falsch erinnere).
      Die würde ich Euch auch sehr empfehlen mal auszutesten, vielleicht werdet Ihr angenehm überrascht sein.

      Und ENT habt Ihr, glaube ich, auf dem Plan, oder?

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