Lieblingsfolgen – Ep. 6 – ENT: “Azati Prime”

Irgendwie sind auf der Suche nach neuen “Lieblingsfolgen” für unsere Besprechungsreihe auf die Folge “Azati Prime” von “Star Trek: Enterprise” geraten. Nun ja – und jetzt gucken wir eben, ob es wirklich zur Lieblingsfolge taugt, wenn wir, fernab vom 23. und 24. Jahrhundert und jenseits jeglicher Geschehnisse rund um Kirk, Spock, Picard, Riker, Sisko, Odo oder auch Janeway und dem Doktor und mit Archer, Trip, T’Pol und Reed in die Ausdehnung begeben – mitten in den Xindi-Konflikt.

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9 Gedanken zu „Lieblingsfolgen – Ep. 6 – ENT: “Azati Prime”

  1. Hallo Andreas, hallo Sebastian, tolle Folge. Nur was ich mich frage, habt ihr vor längerer Zeit auf Twitter angegeben was ihr demnächst besprechen wollt (Azati Prime war dabei), aber in der letzten Folge habt ihr danach gesucht?! hat sich das überschnitten?
    Zur der Folge: ich finde dass ihr in der späteren Folge eingestiegen seid, meiner Meinung hättet ihr die letzte Folge der zweiten Staffel besprechen sollen, da der Zuschauer direkt ins kalte Wasser geschmissen wird und überhaupt keine Ahnung von den ganzen Antagonisten bei der ENT haben. Es fängt mit Silik an, Sie sind nicht gut auf einander zu sprechen, da sie schon über mehrere Folgen aufeinander treffen. Durch diesen Quereinstieg in die Folge finde ich dass dadurch die Motivation vom Cpt Archer nicht zu erkenne ist. Zur Reaktion vom Archer darf auch nicht vergessen werden dass das ganze vor der Gründung der Föderation stattfindet, die Menschen werden von den Vulkanier geleitet, was sie zu tun haben wird von den Vulkaniern entschieden, da diese an die Menschen zweifeln, das auch zurecht wie man bei der Reaktionen vom Archer und den Rest der Crew zu sehen ist.

    Ich freue mich wenn ihr über Deep Space Nine, 4 Staffel Folge 10+11 sprechen werdet.

    Viele Grüße

  2. Moin Moin,
    mir ist beim hören dieser Folge doch etwas aufgefallen was ich persönlich als störend empfinde. In diesem Kommentar möchte ich euch und vielleicht auch den anderen Hörern die es interessiert mitteilen.
    Meiner Meinung ist es Problematisch sich über einzelne Folgen zu Unterhalten und über die Motivation einzelner Charaktere (Handeln, Sprache, etc.) wenn man die ganze Serie nicht mehr “auf dem Schirm hat”, weil es schon zu lange her ist, dass man diese Gesehen hat. Hier fehlt eindeutig die Möglichkeit verschiedene Dinge richtig einzuordnen, was aber unbedingt nötig ist.
    Ihr bemängelt, dass nicht “Föderations like” handeln von Archer oder anderen aber es gibt keine Föderation in dieser Serie nur die “Vereinigte Föderation der Erde”, wie ihr es an einigen Stellen auch richtig benennt aber an anderen Stellen dann doch wieder als Argument für euer Missfallen heranzieht. Einmal wird auch mit der “oberste Direktive” argumentiert und die gibt es nun wirklich noch nicht. Die Erde ist zu dieser Zeit ein “Protektorat” der Vulcanier, welche versuchen, bestimmt mit guten Absichten, die Menschen in eine bestimmte Entwicklung zu drängen, da sie diese für zu Impulsiv etc. halten, wie der vorherige Kommentar es richtig beschreibt, aber das Kind wird erwachsen. Ihr setzt moralische Maßstäbe an und verlangt Dinge, die eine gewisse Entwicklung voraussetzen. Diese würde man heute von keinem heranwachsenden Teenager verlangen. Ich bin sicher die Menschen haben sich in Star Trek auch nur zu dem Entwickelt was wir kennen aus der Zeit von Picard, Sisko usw., durch Einflüsse anderer Spezies der Föderation, die es hier aber nicht gibt. Das bringt mich zu einem weiteren Problem, ihr könnt doch bitte nicht Personen und deren Handeln bei 200 Jahren Unterschied und komplett anderen Voraussetzungen vergleichen (die Captains). Man kann sagen ob diese Figur gut geschrieben ist oder ob der Schauspieler diesen Charakter gut rüberbringen kann, what ever, aber ihr versucht meiner Meinung nach viel zu wenig, das Handeln in der Serie, in die Zeit einzuordnen in der sie spielt.
    Bestes Beispiel für mich Archer, der ja nicht gut weg gekommen ist bei euch in dieser Folge. Ihr verlangt von ihm Diplomatie, umsichtiges und vorausschauendes Handeln. Ich finde Archer ist von seiner Art und seinem verhalten gar nicht so weit von Kirk aus TOS entfernt (erst Handeln dann Denken).
    Ich finde eure Analyse ganz richtig, das man mit Diplomatie vielleicht weiter gekommen wäre als mit dem Vorschlaghammer aber bitte, ihr könnt euch kein bisschen in Archer und die Crew hineinversetzen? Die Sindi haben einen Massenmord begannen und planen obendrein auch einen Völkermord. Ich finde dann darf man auch mal “son of a bitch” in der Situation sagen wenn man dann einem dieser Schergen gegenüber steht auch wenn es nicht klug ist aber doch emotional und das kaufe ich dem Charakter in dieser Situation ab.
    So ich glaube das wars, wenn ich mich jetzt zu jeder Szene äußere dann wird das hier zu lang.
    Ich höre euch natürlich auch weiterhin gerne zu, auch wenn ich doch zu einigen Dingen einen unterschiedliche Meinung habe, mach es mir doch auch Spaß.

    Christopher

    1. Ich schließe mich meinem Vorredner an, dass man, was das Beurteilen der Personen in ENT angeht, ganz stark eine Einordnung in den interseriellen Kontext (klingt schlau, oder?) berücksichtigen muss. Die Menschen sind in ihrer Entwicklung noch lange nicht da, wo Jahrhunderte später Picard & Co. , bzw. die Föderation angekommen waren.
      Auch muss man, was Archer angeht, ins Feld führen, dass Ihr Euch eine Folge vorgenommen habt, die ziemlich am Ende des Xindi-Handlungsbogens steht. Sehr viel von den Ereignissen, die Archer zu dem wirklich fragwürdigen Captain haben werden lassen, der er zu dem Zeitpunkt ist, finden im Lauf der 3. Staffel statt. Wenn man die auslässt und immer nur annimmt, dass allein der Anschlag der Xindi auf die Erde als Motivationsgrund herhalten muss, weil man halt in dieser einen Folge keinen weiteren mehr präsentiert bekommt (aber über die Staffel verteilt so einige (auch wenn die Veränderung zum “harten Hund” oft und nicht zu Unrecht als sehr abrupt kritisiert wurde)), dann fehlt die Grundlage zum Verständnis der Figur.
      “Azati Prime” mag eine vielgelobte Folge sein (ich habe sie mir nicht noch mal angeschaut, weil ich sie vor einiger Zeit erst noch mal gesehen habe, vor allem aber: weil ich sie nicht mochte!), aber für eine Einzelfolgenbesprechung wirklich extrem ungeschickt ausgewählt. Und ich glaube auch ehrlich nicht, dass es mit einer Folge zusätzlich getan ist.

      Was Archer angeht: Ihr habt schon recht, Archer ist ein dickköpfiges Kind. Das ist eigentlich von Anfang der gesamten Serie an sein Hauptcharaktermerkmal. Wie sich generell die Menschen gegenüber den Vulkaniern wie trotzige Kinder den strengen Erwachsenen gegenüber benehmen.
      IdR dient Archers Sturheit und Verbortheit dazu, die Lektion, die er lernen muss, schmerzhafter und damit wirkungsvoller zu gestalten. Das geschieht meistens innerhalb einer Folge, bzw. einer Story, aber gerade in der 3. Staffel auch mal erst gegen Ende des Stroy-Arcs. Daher wirken solche Szenen wie die Vernichtung der Basis ohne diesen größeren Kontext auch vor den kopf stoßend. Ich will Archers Verhalten da in keiner Weise verteidigen, wirklich nicht, aber wenn man die ganze Serie bis dahin parat hat, ist so etwas aus seiner Perspektive nachvollziehbar, wie fragwürdig und verurteilenswert sein Verhalten auch ist.

      Sein Status als Trotziges Kind, und damit keine besonders intelligente Person, sieht man aber auch deutlich in der Verhör-Szene. Jeder andere würde sich, wie Ihr richtig sagt, aus Kalkül provozierend verhalten, bei Archer ist das mMn reiner Trotz.
      Anders als Kirk übrigens, für den ich gern in die Bresche springen will, ist Archer wirklich kein Mensch mit Weitsicht.
      Kirk dagegen verdient den schlechten Ruf nicht, den er hat, der zeigt gerade in der alten Serie sehr viel öfter, dass er wirklich sehr viel weitsichtiger, intelligenter und überlegter ist, als man ihn fälschlicherweise in Erinnerung hat. Meistens sind es eher die anderen Mitglieder in Kirks Mannschaft, die entgegen Kirks Ermahnung ohne Sinn und Verstand lospreschen, wenn vor ihnen ein Gegner steht (und dann meistens niedergeschossen werden), während Kirk sich zwar wirklich oft prügelt, aber trotzdem in den meisten Fällen den Eindruck erweckt, dass er wirklich weiß, was er tut, und den Captains-Posten auch wirklich verdient.

      Übrigens passt es mMn zu Archer, dass er wohl der Captain ist, der am öftesten die Fresse poliert bekommen hat (und wahrscheinlich auch die eine Person auf dem Schiff ist, die am meisten Prügel von genervten Aliens hat einstecken müssen) – sehr viel häufiger als Kirk. (Nur das Hemd zerreisst nicht so oft. 😉 )

  3. ich habe diesmal meine Hausaufgaben nicht gemacht. Eure Besprechung habe ich mir trotzdem angehört, alles was Ihr erzählt habt, bestärkt mich darin, dass ein rewatch (ab Staffel 3 Erst-angucken) von ENT nicht zwingend notwendig ist. sorry, aber ENT hat mich damals so verärgert bei der Erstausstrahlung…

  4. Vorschlag für eine weitere Lieblingsfolge: Voyager Staffel 3, Folge 23 Herkunft aus der Ferne – Distant origin – Sonst sind bei Voyager ja erst die späteren Folgen gut!
    viele Grüße, Soleta

  5. Das ganze ist doch eine eindeutige Allegorie an 9.11. Es soll wohl heißen, dass auch die “die Guten” schlechte Dinge tun. Archer ist hier quasi die USA, die ja sonst nie etwas schlechtes tun und durch die Anschläge auf den falschen Weg gezwungen wurden.
    Und es ist meiner Meinung nach Absicht, dass wir hier keine klare Sympathieverteilung haben. Was ist so schlimm daran, wenn man mal für die anderen ist?

  6. Übrigens heißt semipermeabel halbdurchlassig, aber solche Informationen sind natürlich nicht mit dem äußerst wichtigem Wissen über Religion zu vergleichen.
    Also ganz wichtig ist sowas wie Jonas und der Wal und warum die Osmose in der Zelle funktioniert, ist nicht ganz so wichtig

  7. Hallo Anderas, hallo Sebastian,

    zunächst die notwendige Kritik: Ich finde es wirklich schade, dass ihr ENT einen so unwürdigen Start gegeben habt. “Azati Prime” ist wirklich eine eher durchschnittliche Folge (von denen es bei ENT einige gibt), aber wenn ihr schon andere Serien mit echten Highlights einführt, hätte auch ENT genau das verdient. Vielleicht stellt ihr Star Trek gerade wirklich einigen Menschen vor, die erst über Discovery darauf aufmerksam geworden sind. Vielleicht haben diese Menschen auch schon mal davon gehört, dass ENT oft wie das ungeliebte Stiefkind des Serienuniversums behandelt wird – und fühlen sich so bestätigt.

    Ihr habt eine Twitter-Umfrage gemacht, ob ihr die Folgeepisode direkt im Anschluss besprechen sollt. Ich finde, ihr hättet Ähnliches schon in der vorherigen Folge machen sollen: Nicht einfach eine zufällige nächste Episode übers Knie brechen, sondern: “Hey, wir haben nichts vorbereitet, aber ENT fehlt noch, gibt es Empfehlungen?”. Oder: “Hey, wir haben nichts vorbereitet, aber ENT fehlt noch, wir suchen uns was Gutes aus und kündigen das die Tage dann über all unsere Kanäle an”. Das wäre wirklich besser gewesen.

    Inhaltlich habt ihr vollkommen Recht. Gerade Archer ist hier (mal wieder) vollkommen blöd geschrieben und naja, der Rest der Geschichte (mal wieder): Fäden zusammenführen und knallen lassen. Ich möchte das nicht schön reden aber Gedanken zum Konzept von ENT insgesamt:

    Star Trek wird hier “in den Kinderschuhen” gezeigt. Es gibt keine Erste Direktive, keine Föderation, die Enterprise-Crew wird einfach in den Raum geschmissen und muss sich zurechtfinden. Das war – denke ich – die Grundidee der Serie und auch gar keine schlechte. Im Extrem führt das dann zu Folgen wie “Azati Prime”. Alle haben irgendwelche Ideen, aber keiner hat Recht. Und: Man setzt sich auch nicht ernsthaft zusammen und diskutiert Für oder Wider, sondern die Kommandokette entscheidet.”Azati Prime” treibt das auf die Spitze und löst es nicht sinnvoll auf, sondern lässt es einfach aufeinanderprallen. In anderen Folgen funktioniert das gut, aber hier: Hmmm.

    Und Archer, echt: Ja, Archer. Scott Bakula hätte so viel mehr Potenzial gehabt, ich meine: “Zurück in die Vergangenheit” – der Mann kann spielen. Und nicht nur schauspielen – wie toll wäre es eigentlich gewesen, einen Captain im Dilemma mal am Piano improvisierend die Mission hinterfragen zu sehen? Archer ist leider recht blass geblieben. Und dann gab es wohl auch noch die mehr oder minder gute Idee einen Captain mal als “impulsiv” darzustellen. Das war wirklich ein Fehlgriff. Dafür mag ich die restliche Crew wirklich sehr.

    ENT war eine gute Serie. Gut im Sinne von gut. Nichts sehr gut, aber ein Zeugnis voller Zweien und Dreien, wo andere Serien viel stärker zwischen “sehr gut” und “ausreichend” schwanken. Der letzte Rewatch hier daheim hat mich noch mal überzeugt: ENT schauen heißt Star Trek schauen, mit viel Spaß.

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