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Episodenbesprechung: Star Trek: Deep Space Nine – „The Siege of AR-558“ (S07E08)

Star Trek: Deep Space Nine · Staffel 7 · S07E08

Episodenbesprechung: Star Trek: Deep Space Nine – „The Siege of AR-558“ (S07E08)

Die Belagerung von AR-558

18. November 1998

Besprochen

Beschreibung

Captain Sisko und seine Crew finden sich in einem gnadenlosen Stellungskrieg auf AR-558 wieder, wo die harten Realitäten des Dominionkriegs ungeschönt aufgedeckt werden. Während die Überlebenden des Frontpostens von der Überforderung und der ständigen Bedrohung durch subversive Anti-Personen-Minen gezeichnet sind, muss Sisko entscheiden, ob er seine Mission ernsthaft fortsetzen kann oder die trauernde Truppe einfach sich selbst überlässt. Im Chaos der Kämpfe wird die dünne Linie zwischen heldenhafter Tapferkeit und schlichtem Überleben immer deutlicher: Siskos Widersacher sind nicht nur die feindlichen Jem'Hadar, sondern auch der schleichende Verfall der Moral und die fragilen Nerven seiner Männer. Und während Quark die Grausamkeiten des Krieges eher mit frechem Sarkasmus als mit ernsthaften Reflexionen betrachtet, bleibt die Frage: Wie lange kann ein Anführer im Angesicht des scheinbar Unausweichlichen stark bleiben?

Shownotes

Star Trek schickt die Föderation in den Dreck: „The Siege of AR-558“ ist Krieg ohne Sicherheitsabstand. Wir reden über Angst, Moral, Quark, Nog – und darüber, wie viel Humanismus eine Stellung im Feuer aushält.

The Siege of AR-558 – Wie viel Föderation passt in einen Schützengraben?

Star Trek nimmt seine schöne Zukunft, wirft sie in den Dreck und schaut nach, was davon übrig bleibt. Willkommen auf AR-558, einem Ort, an dem der Dominionkrieg plötzlich keine hübschen Raumschlachten mehr kennt – und Quark womöglich der unangenehmste Anthropologe des 24. Jahrhunderts wird.

Wir sprechen über „The Siege of AR-558“, über Angst und Abstumpfung, über Nogs beinahe erschreckenden Wunsch, sich zu beweisen, über Siskos Verantwortung und über eine sehr einfache Frage mit ziemlich hässlichen Antworten:

Ist Zivilisation wirklich Charakter – oder manchmal einfach nur ein voller Kühlschrank, eine verschlossene Haustür und acht Stunden Schlaf?

Dazu gibt es Houdini-Minen, militärisches Worldbuilding mit gewissen… Personalfragen, Frans de Waal, Thomas Nagel, Harry Frankfurt und einen Vietnamveteranen auf dem Regiestuhl. Wir wollten eigentlich nur eine Star-Trek-Folge besprechen. Dann stand plötzlich die halbe Moralphilosophie im Schützengraben.


🖖 Eine Folgenbesprechung über Krieg, Menschlichkeit und die Frage, was von der Föderation übrig bleibt, wenn es wirklich unangenehm wird.

#StarTrek #DeepSpaceNine #DS9 #TheSiegeOfAR558 #DominionWar #Sisko #Nog #Quark #DiscoveryPanel #StarTrekPodcast

Episodeninfos
Fakten
Staffel
Staffel 7
Episode
S07E08
Erstausstrahlung
18. November 1998
Produktionscode
40510-558
Sternenzeit
Nicht im Captains Log
Ära
TNG era
Gastbesetzung (18)
Themen (46)
Figuren (22)
Spezies (4)

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8.8 / 10 (22 Bewertungen)

Nach der Besprechung

  1. Interessante und spannende Besprechung einer Folge, die zwar auch nicht zu meinen Lieblingsepisoden zählt, die aber gut und wichtig ist!
    Witzig, dass Vargas hier schon ganz ähnliche Charakterzüge zeigt wie sein Darsteller Raymond Cruz zehn Jahre später als Tuco Salamanca in Breaking Bad. Hat er von Reese’s erbeuteten Ketracel-White gekostet? Ist White das Crystal Meth des Gamma-Quadranten im 24. Jahrhundert?

    Die biographischen Hintergründe von Drehbauchautor Hans Beimler finde ich übrigens auch nicht uninteressant: Geboren 1953 in Mexico-City, wohin sein Vater emigriert war. Der erst vor den Nazis aus Deutschland, dann vor Stalin aus der Sowjetunion geflüchtet war. Sein Grovater gleichen Namens spielte in der Weimarer Zeit auch keine unwichtige Rolle als KPD-Politiker…

    Bei Interesse:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Beimler_(screenwriter)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Beimler_(Politiker)

  2. Ich stimme euch zu: Es muss häufiger darauf hingewiesen werden, dass der Faschismus eine entsetzliche Katastrophe für fast alle, die darin leben müssten, wäre.

    Noch ein Gedanke, den ich während eurer Besprechung hatte:
    Ich kenne Menschen, die im letzten Afghanistankrieg waren. Dort sind viele Menschen über Jahre in einem Krieg getötet worden, bei dem irgendwann die politische Entscheidung getroffen wurde, dass man sich zurückzieht – ohne dass am Ende etwas gewonnen wurde, was die Menschenleben irgendwie rechtfertigen würde. Das frustriert mich als politischen Beobachter, aber die, die dort waren und das Sterben teils sehr direkt erlebt haben spüren diese Verschwendung als einen sehr persönlichen Verlust.

    1. Das ist nicht richtig. Es waren 20 Jahre in denen in großen Teilen des Landes Mädchen zur Schule konnten, wo viele Menschen medizinisch versorgt wurden die sonst keine Hilfe bekommen hätten etc pp. Wer glaubt die Bevölkerung und vor allem die Frauen würden jetzt friedlicher Leben nur weil keine Sprengfallen mehr explodieren irrt.
      Nach Afghanistan wurde kein Soldat gezwungen. Richtig ist, dass es wichtig für die Karriere war um voran zu kommen oder um generell eine Karriereperspektive zu haben. Dennoch konnte es jeder für sich selbst abwiegen, ein Luxus den zukünftige Wehrpflichtige zB nicht haben werden.

  3. Ich möchte eurer Episodenbesprechung eine 10/10 geben. Ihr habt das Thema mit dem richtigen Fingerspitzengefühl angefasst, ihr zieht zu 100% die richten Schlüsse und macht völlig richtig auf die moralischen Implikationen aufmerksam und dennoch werdet ihr – wie bei der Fledermaus – nicht verstehen was es bedeutet Soldat zu sein, was nicht schlimm ist, aber deswegen versteht ihr nicht warum es eine Stellung um eine dämliche Relaistation wert sein kann gehalten zu halten. An erster Stelle kämpft man in so einer Situation nicht für den Auftrag oder Recht oder Freiheit oder warum auch immer man sich entschieden hat eine Uniform anzuziehen. Man kämpft an erster Stelle für den Mann und die Frau die rechts und links neben einem in der Schlammzone liegen. Weil sie die gegenseitige Lebensversicherung sind. Das schreibe ich ohne es zu romantisieren. Es ist einfach ganz rational ein Fakt. Genauso wie es Fakt ist, dass diese Bereitschaft rapide sinkt, je mehr man Leute zwingt es zu tun, weshalb ich als Berufssoldat und glühender Verfechter von „es ist das Richtige wofür die Bundeswehr steht (bei aller berechtigten Kritik)“ gegen eine Wehrpflicht bin. Fünf Soldaten die den Job freiwillig machen haben einen höheren Kampfwert (diesen Begriff gibt es wirklich) als 15 die man dazu zwingt. Aktuelle Zahlen aus der Ukraine was Desertationen betrifft zeigen das.

  4. Danke für die gute, intensive aber auch ausgeglichene Besprechung. Das Ganze mit einem Bezug auf heute zu besprechen ist top aktuell und hilft einige eigene Sichtweisen zu bewerten.
    Kleiner ungefragter Hinweis am Rande (kommt immer gut an gell? xD): der Nachname von Ira Steven Behr wird wie der Bär ausgesprochen.

  5. Diesmal hatte ich das Beduerfnis zu kommentieren, aber viel zu wenig Zeit… mal sehen an was ich mich noch erinnere….

    1) Genau, Sebastian, warum sind dort keine Drohnen wie im Jahr 2026 – diese Frage habe ich mir auch gestellt. Denn ich habe einen interessanten (?) Podcast dazu gehoert (Medientipp?)
    https://www.zdf.de/play/talk/auslandsjournal-der-podcast-100/podcast-trump-effekt-folge76-100
    Gibt es wohl auch mit Video, ich habe ihn nur in Spotify ohne Video gehoert.
    Die Antwort auf die Frage ist aber wohl die selbe wie immer: es ist halt 30 Jahre her und soweit hat man damals nicht gedacht. Gerade wenn da ein Regisseur mit Korea (oder war es Vietnam?) Erfahrung ist, das ist ja noch laenger her…

    2) In dem Podcast (also vom auslandsjournal), so schrecklich das alles ist, gab es aber auch positive Augenblicke: so sagte der Gast in der Folge, dass manchmal die schoensten menschlichen Momente in den schrecklichsten Zeiten passieren. Ah, ich weiss seine Formulierung nicht mehr. Aber Quarks Aussage „ohne Essen, sonic shower und holodeck sind die Menschen schlimmer als Klingonen“ ist vielleicht einfach zu pauschal. Ich will das gar nicht abstreiten, dass einige oder viele so werden und will auch gar nicht wissen, wie ich in so einer SItuation waere, aber ich denke und hoffe, dass ist zu pauschal. Wir sind diverser als das.

    3) Ich will mir kein Deutschlang vorstellen, wo ihr keieen Podcast mehr machen duerft!

    4) Ich mag eure langen Besprechungen und Abschweifungen 🙂

    5) Leider waren sie diesmal ales andere als Eskapismus 🙁

    6) Ich weiss nicht was ich von dieser FOlge halten soll. Eure Besprechung war super und sehr interessant. Aber ich bin bei Sebastian, ich mag keine (Anti) Kriegsfilme/folgen….

    7) Ach ja, das Lied von Vic. Ich haette Angst, dass wenn ich in der Situation gewesen waere, dass ich das Lied danach nie wieder hoeren koennte….

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Vor der Besprechung

  1. the siege of ar 558 ich habe dafür gestimmt. es ist in keinster weise meine lieblingsfolge, bereitet diese jedoch vor. it’s only a paperm moon ist meine highlight star trek folge.
    aber the siege of ar 558 ist auch besonders. es zeigt leider das ganze ausmaß des krieges.

    1. Ja, bei DS9 bräuchte man Pakete an Liebllingsfolgen sonst wird das etwas sus wie bei den beiden Enterprise Folgen die aus Staffel 3 besprochen wurden.

  2. jawoll die folge hat es knapp geschafft.
    als nächstes werde ich mein lösegeld auf „the andorian incident“ aus ENT 1×07 einsetzen.

  3. Diese Folge ist eine der großartigen Kriegsfolgen von DS9, wobei großartig hier eigentlich das falsche Wort ist. Obwohl ich sie seit Langem nicht gesehen habe (ich werde das als Hausaufgabe zur Besprechung nachholen), sind mir viele Dinge noch sehr präsent. Quark, der mir sonst leicht auf die Nerven geht, hat einige tolle Sätze, z.B. über Menschen, als er irgendwas meint, wie dass, wenn sie satt etc. sind, sind sie nett, aber wenn man ihnen das wegnimmt, werden sie blutrünstig und gefählich. Und irgendwann fragt er Sisko, ob er Jake dieser Gefahr aussetzen würde, und Sisko weicht aus, dass sich die Frage nicht stellt. Oder Ezri (?), die, als Sisko die Houdini-Minen gegen die Jem-Hadar einsetzt, meint, jetzt seien sie viel freundlicher. Und natürlich das Ende der Schlacht… gruselig. Und das alles wegen irgendeines Kommunikations-Relais oder so. Mich erinnert das an die Darstellung des Kriegs in dem Western „the good, the bad and the ugly“, wo um eine Brücke gekämpft wird und auf ähnliche Weise das sinnlose Abschlachten gezeigt wird. Wobei DS9 das Ganze ehrlicher löst als der Western. Eine sehr bedrückende und dabei gleichzeitig sehr wichtige Folge. Definitiv eine der (vielen) Folgen, wegen der DS9 immer meine Favoriten-Serie bleiben wird.

  4. @ bisserwesserin, ja das zitat ist bemerkenswert. ich habe es mal aus dem script herauskopiert.
    zitat: “ „Lass mich dir etwas über Menschen erzählen, Neffe. Sie sind ein wundervolles, freundliches Volk, solange ihre Bäuche voll sind und ihre Holosuiten funktionieren. Aber nimm ihnen ihren Komfort weg, entziehe ihnen Nahrung, Schlaf, Schallduschen, bringe ihr Leben über einen längeren Zeitraum in Gefahr, und dieselben freundlichen, intelligenten, wunderbaren Menschen werden genauso grausam und gewalttätig wie der blutrünstigste Klingone.“

    die antwort von nog: zitat „Die Jem’Hadar tun mir leid.“

    quark ist für mich der gewinner der folge weil er über seinen schatten springt. wortgewandt wie eh und je aber auch mit stärke und liebe zu nog.

  5. achso und ein für mich wichtiger gaststar ist auch dabei. bill mumy, bekannt aus babylon 5 in der rolle als lennier. hier in dieser folge als ingenieur kellin.

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