Episodenbesprechung: Star Trek: Lower Decks – „The Spy Humongous“ (S02E06)
16. September 2021
Besprochen
Beschreibung
Die USS Cerritos hat einen exklusiven Ausflug zur Pakled-Heimatwelt, wo Captain Freeman und Shaxs eine ungleiche Verhandlungspartei antreffen, die sich schwer damit tut, die Situation zu begreifen – oder ihre ":helmverwirrten" Ambitionen zu artikulieren. Während der diplomatischen Irritationen hat Rumdar, der Pakled mit einem unappetitlichen Geheimnis, die Cerritos infiltriert, um Informationen zu sammeln – anstatt politisches Asyl zu suchen. Doch während die Crew versucht, Rumdar zu fangen, schwirren die Ensigns im Messraum um ihre eigenen Alltagsdramen und Absurditäten – insbesondere Boimlers schmerzhafter Versuch, sein „Redshirt“-Image aufzupolieren, während ihm eine Gruppe von Kameraden zu einem Ratgeber-Dasein drängt. Und so erlebt die Cerritos eine gehörige Portion Chaos, während die Pakleds versuchen, eine zu große Entscheidung zu treffen: Wer lebt und wer… nun ja, bleibt als Gefangen im Schlamassel.
Shownotes
Ein großer, brauner Spion hat sich auf die Cerritos „geschlichen“, während unsere Ensigns gefährlichen Müll entsorgen müssen. Und: Ist „Redshirts“ eigentlich ein guter Name für einen Club?
#StarTrek #Podcast #StarTrekPodcast #LowerDecks
13 Kommentare zu „Episodenbesprechung: Star Trek: Lower Decks – „The Spy Humongous“ (S02E06)“
Das wird jetzt etwas meta, aber ihr (naja, vor allem Andreas ) kommt da immer auf diesen Aspekt der Charakterentwicklung von Boimler. Über das Thema „Charakterentwicklung“ in aktuellen Produktionen musste ich deshalb jetzt etwas nachdenken.
Ich finde es nämlich aus Realweltperspektive betrachtet total realistisch, dass man erstmal so ist, wie man gerade ist und vielleicht ganz langsam und aus der Kombination mehrerer Erfahrungen und Anregungen sein Verhalten oder seine Ansichten ändert, korrigiert oder anpasst. Wenn ich zum Beispiel auf die letzten Jahrzehnte meines Lebens schaue, dann haben mich nicht einzelne herausragende Ereignisse, Argumente oder eben Erfahrungen zu meinem heutigen „Charakter“ werden lassen. Auch keine lineare Perlenkette von Erlebtem. Sondern eher ein mal feiner, mal grober gesponnenes Netz aus sozialen Kontakten, Meinungen, selber denken, andere klug finden, abwägen – und klar, auch: Schicksalsschlägen (die wirkten aber auch nie direkt unmittelbar, sondern mehr in der Nachbetrachtung).
Ich denke, das gilt auch für Boimler: Er mag seine Lower-Decks-Crew, keine Frage. Aber er wurde uns von Folge 1 an auch als derjenige gezeigt, der Captain werden will und immer „anfällig“ für alles ist, was seiner Karriere dabei nützlich sein könnte. Vielleicht ist das sogar sein großer Lebenstraum. Warum sollte sich das innerhalb eines Jahres grundsätzlich ändern?
Das nervt mich manchmal wirklich an aktueller Serienproduktion und auch der Erwartung der Konsumierenden daran: Da erleben Menschen unglaublich viel und Unterschiedliches und auch Schönes oder Schreckliches in sehr komprimierter Zeit. Und gehen daraus dann völlig verändert hervor, entweder total gebrochen oder als völlig anderer Mensch. Das ist für mich irgendwie der Cousin des berühmten „Reset-Buttons“ früherer Produktionen, nur aus anderer Richtung, ähnlich unrealistisch, weil es die Trägheit menschlicher Entwicklung nicht berücksichtigt.
Keine Ahnung, ob das irgendwie klar macht, was ich überhaupt sagen wollte, sollte eigentlich kürzer werden
Lieben Dank jedenfalls für eure immer lohnenswerten und anregenden Gespräche!
Mir ist total klar, was du sagen willst – aber ich stimme dir nicht zu…
Dein Ansatz wäre „Arts imitating life“ – und hier stimmt es: Eine Charakterentwicklung verläuft schleppend und über viele minimale Stationen, die auch nicht unmittelbar wirken sondern nur in einem großen Gefüge… (Wahrscheinlich könnte man das hier bspw. noch mit Luhmanns Systemtheorie begründen usw.).
Aber ich habe hier doch eine Serie und möchte keine realistische Darstellung von Charakterentwicklung, sondern (wie bei der Heldenreise), eine für mich nachvollziehbare, aber trotzdem sicherlich arg beschleunigte Heldenreise beobachten. Ansonsten setze ich mich nicht vor den Fernseher, sondern auf den Marktplatz – oder laufe creepy irgendwelchen Leuten hinterher… 😉
Wenn ein Charakter einen Schicksalsschlag mitmacht, dann hätte ich gerne eine – wenn schon nicht unmittelbare – zumindest mittelbare Charakterentwicklung auf BASIS dieser Erfahrungen… Und das nicht erst in 4 Staffeln sondern innerhalb der nächsten 4 Folgen…
Das ist unrealistisch, ja! Aber es ist Storytelling…
Ah, das ist eine interessante Perspektive. Da musste ich jetzt schon wieder nachdenken 🙂
Ich finde, dass man sich gerade in einer Serie ja die nötige Zeit nehmen könnte – einfach weil man Staffeln über Staffeln zur Verfügung hat. Insbesondere bei Star Trek, wo der Fokus nicht auf einem Charakter und dessen Entwicklung liegt, sondern eher auf der zu erzählenden Geschichte – im Kleinen (einzelne Episode) wie im Großen (serieller Verlauf). Ich fühle mich oft erzählerisch regelrecht gehetzt, wenn neben außerweltlichen Großereignissen auch noch innerpersönlich unglaublich viele Sachen mit Personen passieren – oder umgekehrt, Da geht mir das Verständnis dann einfach ab und das reißt mich raus. Also, zugespitzt: Ich würde ja nicht auf der untergehenden Titanic gleichzeitig nach Rettungsbooten schauen und nebenbei noch die schwierige Beziehung zu meiner Großtante reflektieren…
Aber ich verstehe deinen Punkt. Mir ist vermutlich der ungestörte Eskapismus – insbesondere bei Star Trek – an dem Punkt viel wichtiger als die nachvollziehbare, wenn auch komprimierte Persönlichkeitsentwicklung. Vermutlich bin ich einfach nicht so der Seriencharakterentwicklungsspannendfindetyp 🙂
Ich höre gerade die Episode nach dieser und Andi sagt er würde den mit Rios nicht verstehen. Drum erkläre ich ihn:
Rios ist ein Raumschiffkapitän, der eigentlich sexuell aktiv ist (fragt Dr. Jurati), aber ohne Crew, dafür mit fünf (?) Hologrammen, die so aussehen wie er durchs All fliegt.
Er ist also sowohl allein als auch zu sechst (mit sich selbst), was glaubt ihr was der den ganzen Tag so macht?
Und diese Aspekte habe ich versucht in eine tamarianisch klinhende Floskel zu verpacken, so dass das „Rios, allein zu sechst, im All“ einfach das tamarianische Wort für „Masturbation“ sein könnte.
Noch zwei Anmerkungen:
Sebastian meinte manche Euphemismen seien eher männlich und manche eher neutral… bei „den Tribble streicheln“ habe ich tatsächlich eher an Personen ohne Penis gedacht und gemeint (vielleicht eher solche mit Fell).
Und natürlich ist „aufs Holodeck gehen“ ein Euphemismus, ich hab jedenfalls wenn Geordi oder Seven of Nine sowas sagten nie gedacht „oha, die rubbeln sich jetzt erstmal einen“.
War noch was? Bestimmt, aber ich höre erstmal weiter und kommentiere vielleicht unter der aktuellen Folge
Diese Kommentarspalte entwickelt sich in eine interessante Richtung!
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5 ◈ Panelium,
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Das wird jetzt etwas meta, aber ihr (naja, vor allem Andreas ) kommt da immer auf diesen Aspekt der Charakterentwicklung von Boimler. Über das Thema „Charakterentwicklung“ in aktuellen Produktionen musste ich deshalb jetzt etwas nachdenken.
Ich finde es nämlich aus Realweltperspektive betrachtet total realistisch, dass man erstmal so ist, wie man gerade ist und vielleicht ganz langsam und aus der Kombination mehrerer Erfahrungen und Anregungen sein Verhalten oder seine Ansichten ändert, korrigiert oder anpasst. Wenn ich zum Beispiel auf die letzten Jahrzehnte meines Lebens schaue, dann haben mich nicht einzelne herausragende Ereignisse, Argumente oder eben Erfahrungen zu meinem heutigen „Charakter“ werden lassen. Auch keine lineare Perlenkette von Erlebtem. Sondern eher ein mal feiner, mal grober gesponnenes Netz aus sozialen Kontakten, Meinungen, selber denken, andere klug finden, abwägen – und klar, auch: Schicksalsschlägen (die wirkten aber auch nie direkt unmittelbar, sondern mehr in der Nachbetrachtung).
Ich denke, das gilt auch für Boimler: Er mag seine Lower-Decks-Crew, keine Frage. Aber er wurde uns von Folge 1 an auch als derjenige gezeigt, der Captain werden will und immer „anfällig“ für alles ist, was seiner Karriere dabei nützlich sein könnte. Vielleicht ist das sogar sein großer Lebenstraum. Warum sollte sich das innerhalb eines Jahres grundsätzlich ändern?
Das nervt mich manchmal wirklich an aktueller Serienproduktion und auch der Erwartung der Konsumierenden daran: Da erleben Menschen unglaublich viel und Unterschiedliches und auch Schönes oder Schreckliches in sehr komprimierter Zeit. Und gehen daraus dann völlig verändert hervor, entweder total gebrochen oder als völlig anderer Mensch. Das ist für mich irgendwie der Cousin des berühmten „Reset-Buttons“ früherer Produktionen, nur aus anderer Richtung, ähnlich unrealistisch, weil es die Trägheit menschlicher Entwicklung nicht berücksichtigt.
Keine Ahnung, ob das irgendwie klar macht, was ich überhaupt sagen wollte, sollte eigentlich kürzer werden
Lieben Dank jedenfalls für eure immer lohnenswerten und anregenden Gespräche!
chrysomeles
Mir ist total klar, was du sagen willst – aber ich stimme dir nicht zu…
Dein Ansatz wäre „Arts imitating life“ – und hier stimmt es: Eine Charakterentwicklung verläuft schleppend und über viele minimale Stationen, die auch nicht unmittelbar wirken sondern nur in einem großen Gefüge… (Wahrscheinlich könnte man das hier bspw. noch mit Luhmanns Systemtheorie begründen usw.).
Aber ich habe hier doch eine Serie und möchte keine realistische Darstellung von Charakterentwicklung, sondern (wie bei der Heldenreise), eine für mich nachvollziehbare, aber trotzdem sicherlich arg beschleunigte Heldenreise beobachten. Ansonsten setze ich mich nicht vor den Fernseher, sondern auf den Marktplatz – oder laufe creepy irgendwelchen Leuten hinterher… 😉
Wenn ein Charakter einen Schicksalsschlag mitmacht, dann hätte ich gerne eine – wenn schon nicht unmittelbare – zumindest mittelbare Charakterentwicklung auf BASIS dieser Erfahrungen… Und das nicht erst in 4 Staffeln sondern innerhalb der nächsten 4 Folgen…
Das ist unrealistisch, ja! Aber es ist Storytelling…
Ah, das ist eine interessante Perspektive. Da musste ich jetzt schon wieder nachdenken 🙂
Ich finde, dass man sich gerade in einer Serie ja die nötige Zeit nehmen könnte – einfach weil man Staffeln über Staffeln zur Verfügung hat. Insbesondere bei Star Trek, wo der Fokus nicht auf einem Charakter und dessen Entwicklung liegt, sondern eher auf der zu erzählenden Geschichte – im Kleinen (einzelne Episode) wie im Großen (serieller Verlauf). Ich fühle mich oft erzählerisch regelrecht gehetzt, wenn neben außerweltlichen Großereignissen auch noch innerpersönlich unglaublich viele Sachen mit Personen passieren – oder umgekehrt, Da geht mir das Verständnis dann einfach ab und das reißt mich raus. Also, zugespitzt: Ich würde ja nicht auf der untergehenden Titanic gleichzeitig nach Rettungsbooten schauen und nebenbei noch die schwierige Beziehung zu meiner Großtante reflektieren…
Aber ich verstehe deinen Punkt. Mir ist vermutlich der ungestörte Eskapismus – insbesondere bei Star Trek – an dem Punkt viel wichtiger als die nachvollziehbare, wenn auch komprimierte Persönlichkeitsentwicklung. Vermutlich bin ich einfach nicht so der Seriencharakterentwicklungsspannendfindetyp 🙂
Den Tribble streicheln
YEAH!!!!
Ich hätte noch „den Phaser ölen“; und, vielleicht als bajoranische Variante, „den Drehkörper öffnen“.
Sich dir Ohren putzen (unter Ferengi verbreitet)
Aufs Holodeck gehen
Ein Kollege schlug vor:
Sich einen runter beamen
Rios: zu sechst und allein, im All.
Ich höre gerade die Episode nach dieser und Andi sagt er würde den mit Rios nicht verstehen. Drum erkläre ich ihn:
Rios ist ein Raumschiffkapitän, der eigentlich sexuell aktiv ist (fragt Dr. Jurati), aber ohne Crew, dafür mit fünf (?) Hologrammen, die so aussehen wie er durchs All fliegt.
Er ist also sowohl allein als auch zu sechst (mit sich selbst), was glaubt ihr was der den ganzen Tag so macht?
Und diese Aspekte habe ich versucht in eine tamarianisch klinhende Floskel zu verpacken, so dass das „Rios, allein zu sechst, im All“ einfach das tamarianische Wort für „Masturbation“ sein könnte.
Noch zwei Anmerkungen:
Sebastian meinte manche Euphemismen seien eher männlich und manche eher neutral… bei „den Tribble streicheln“ habe ich tatsächlich eher an Personen ohne Penis gedacht und gemeint (vielleicht eher solche mit Fell).
Und natürlich ist „aufs Holodeck gehen“ ein Euphemismus, ich hab jedenfalls wenn Geordi oder Seven of Nine sowas sagten nie gedacht „oha, die rubbeln sich jetzt erstmal einen“.
War noch was? Bestimmt, aber ich höre erstmal weiter und kommentiere vielleicht unter der aktuellen Folge
Diese Kommentarspalte entwickelt sich in eine interessante Richtung!
„Klein-Risa besuchen“
Den Warpkern ausstoßen.
Die Phase verschieben.
Die Deflektorschüssel polieren.
Den Musterverstärker aktivieren.
Das Bat’leth schwingen.
You’re Welcome 😉