26. November 1986 — 26. November 2026
Star Trek IV: The Voyage Home
40 Jahre Zeitreise. 40 Jahre meistgeliebter Trek-Film.
Auf Deutsch: Zurück in die Gegenwart
Die Enterprise-Crew reist ins San Francisco des Jahres 1986, um ausgestorbene Buckelwale zurück in die Zukunft zu bringen und damit die Erde zu retten. Was nach einer absurden Idee klingt, wurde zum meistgeliebten Trek-Film aller Zeiten — zugänglich für Menschen, die noch nie eine Trek-Folge gesehen hatten, und reich genug für jeden Fan.
133 Millionen Dollar Einspielergebnis weltweit. Platz eins an der Kinokasse in der ersten Woche, als erster Konkurrent Crocodile Dundee vom Spitzenplatz verdrängt. Ein Nachfolgefilm, der im Budget-Kino-Vergleich jedes andere Trek-Abenteuer übertrifft.
Zahlen, die den Film erzählen
Bei einem Budget von 26 Millionen Dollar — das Fünffache.
Zum Vergleich: Star Trek III hatte im gleichen Zeitraum 25,6 Millionen eingespielt.
Cinematography, Score, Sound, Sound Effects Editing — bester Start eines Trek-Films bei den Oscars.
26. Juni, Moskau — vom WWF organisiert, anlässlich des Walfang-Verbots.
Ein Film, der keine Vorkenntnisse brauchte
Leonard Nimoy hatte als Regisseur ein klares Ziel: einen Star-Trek-Film machen, den man auch sehen kann, wenn man noch nie Trek gesehen hat. Und er hat es geschafft. Kein laufender Konflikt, keine fremden Aliens, kein intergalaktischer Krieg — die Enterprise-Crew mitten in San Francisco, auf einer Mission, die jeder versteht: Wale retten.
In Deutschland lief der Film unter dem Titel „Zurück in die Gegenwart — Star Trek 4", was die Marketingentscheidung schon zusammenfasst: Der Titel entlehnte sich bewusst an „Zurück in die Zukunft", Hollywoods erfolgreichsten Zeitreisefilm von 1985. Trek sollte ein breiteres Publikum ansprechen — und das gelang.
San Francisco 1986 — was der Film wirklich erzählte
Der Film erschien zu einem Zeitpunkt, der kein Zufall war: 1986 verabschiedete die Internationale Walfangkommission ein globales Walfang-Moratorium. Buckelwale waren real bedroht, Meeresschutz ein politisches Thema — und die Reagan-Regierung hatte den Clean Air Act gerade abgeschwächt.
Star Trek IV machte daraus kein Manifest, aber die Botschaft war klar: Was wir heute zerstören, fehlt uns morgen. In Zeiten politisch-korrekten Filmemachens wirkt das fast schon raffiniert — der Film predigte nicht. Er zeigte einfach, wie die Welt aussieht, wenn wir nicht aufpassen.
„Wie unzivilisiert." — Spock, im Gespräch mit einem Punk, der auf dem Bus laute Musik hört. Vermutlich die wirkungsloseste Bemerkung der Filmgeschichte.
Fast wäre Eddie Murphy dabei gewesen
Die Produktionsgeschichte von Star Trek IV beginnt mit einer Absage: Eddie Murphy war im Gespräch für eine Hauptrolle. Er hätte einen Wissenschaftler auf dem Walforschungsschiff gespielt, der sofort erkennt, dass die Enterprise-Crew keine normalen Menschen sind. Paramount wollte ihn — aber Murphy wurde letztlich für The Golden Child eingeplant und stand nicht zur Verfügung.
Was blieb, war die Figur des Cetacean-Biologen Dr. Gillian Taylor (Catherine Hicks). Die Dynamik zwischen ihr und Kirk funktionierte auf ganz andere Weise — und rückblickend ist schwer vorstellbar, wie ein Eddie-Murphy-Trek ausgesehen hätte. Vermutlich unterhaltsam. Vermutlich völlig anders.
Dazu kam eine Verzögerung durch William Shatner: Während der Vorproduktion war er noch mit der Fernsehserie TJ Hooker beschäftigt. Das verschob den Drehstart — und damit auch den Starttermin.
Der Film, der The Next Generation ermöglichte
Der Erfolg von Star Trek IV hatte eine Konsequenz, die niemand vorhergesehen hatte — oder doch? Die Originalbesetzung wurde mit jedem Film teurer. Shatner und Nimoy hatten Verhandlungsmacht gewonnen, die ihren Preis hatte. Paramount wollte mehr Star Trek, aber günstigeres.
Die Lösung: ein paralleles Fernsehformat, das ohne die teure Original-Crew funktionierte. The Next Generation wurde am 10. Oktober 1986 öffentlich angekündigt — noch bevor Star Trek IV am 26. November in die Kinos kam. Die Ankündigung konnte also nicht auf den Kinoboom reagieren; sie beruhte auf der Erwartung des Booms.
Star Trek: The Next Generation startete am 28. September 1987. Weniger als ein Jahr nach dem Kinostart von The Voyage Home saß ein neuer Captain auf dem Stuhl.
Die Chronologie eines bemerkenswerten Jahres
Absturz der Space Shuttle Challenger — dem Star Trek IV am Ende gewidmet ist: „The cast and crew of Star Trek wish to dedicate this film to the men and women of the spaceship Challenger whose courageous spirit shall live to the 23rd century and beyond."
Globales Walfang-Moratorium der Internationalen Walfangkommission tritt in Kraft — nachdem es 1982 beschlossen worden war. Buckelwale: real gefährdet, politisch aktuell, und damit der Kern des Filmplots.
Paramount kündigt Star Trek: The Next Generation offiziell an — sechs Wochen, bevor Star Trek IV im Kino läuft. Die Entscheidung, das Franchise fortzuführen, fiel unabhängig vom Kinoboom.
Star Trek IV: The Voyage Home startet in den US-amerikanischen Kinos. Erste-Woche-Platz 1 — Crocodile Dundee verdrängt. 39,6 Millionen Dollar in fünf Tagen.
Erster Star-Trek-Film, der in der Sowjetunion gezeigt wird. Moskau, organisiert vom WWF — als Teil der Feierlichkeiten zum Walfang-Moratorium.
Star Trek: The Next Generation startet im US-amerikanischen Syndication. Jean-Luc Picard übernimmt das Kommando. Trek wird Fernsehen — und das für weitere 15 Jahre.
Ein paar Details, die der Film hinterlassen hat
Michael Okuda — der Grafiker, der die LCARS-Interface-Ästhetik der Trek-Oberflächen erfunden hat — arbeitete zum ersten Mal an einem Trek-Film. Seine Touchscreen-Designs sehen heute noch aus wie ein vernünftiger Entwurf für das 23. Jahrhundert. Und für iPads: ein Design, das ein vierteljahrhundert vor dem ersten iPad existierte.
Leonard Rosenman komponierte den Score. Er war keine offensichtliche Wahl — Rosenman war für seine klassischen Soundtracks bekannt, nicht für Science-Fiction. Das Ergebnis passte perfekt zur leichteren Tonlage des Films. Oscar-Nominierung inklusive.
Das Drehbuch durchlief mehrere Phasen: Peter Meerson und David Krikes schrieben eine frühe Fassung, Harve Bennett und Nicholas Meyer überarbeiteten sie grundlegend. Die Zeitreise-Idee kam von Nimoy — der Wale-Aspekt von Bennett. Meyer schrieb in vier Wochen nach, was sie brauchten.
Stundenlang über Star Trek IV geredet
Discovery Panel hat The Voyage Home ausführlich besprochen — alle Details, alle Hintergründe, alle Meinungen. Podcast-Episoden, Episodenbewertungen und mehr.
