News und Feedback September 2019

Was gibt es eigentlich Neues in der Star Trek Welt? Während sich “Star Trek: Discovery”, “Star Trek: Picard”, “Star Trek: Lower Decks” und die animierte Star-Trek-Kinderserie in Produktion befinden und sich die Macher von Sektion 31 langsam Skripte und einen Cast zusammenbasteln, stehen Ethan Peck, Anson Mount und Jason Isaacs auf Bühnen und erzählen von ihrem Wunsch, zurückzukehren.

Star Trek lebt – und wir nehmen natürlich alles gerne mit, was uns das neu geschaffene “Star Trek Universe” nach dem Merge von CBS und Viacom vor die Füße wirft.

Hört hier also unsere Besprechung der neuesten News aus der Star-Trek-Welt und geht mit uns der Frage nach, wie wir uns am besten auf das vorbereiten, was da kommen mag.

– Die Episoden mit Jana Reinhardt findet ihr hier:
https://www.discoverypanel.de/2018/04/08/staffelrueckblick-captain-lorca-und-lrell/
und hier:
https://www.discoverypanel.de/2018/12/23/discovery-panel-adventskalender-23-tuerchen-die-grosse-gala/

– Den Instagram-Account von Michael Chabon und genauer dessen Foto vor Vazquez Rocks findet ihr hier:

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19 comments

  1. Zu Denise Crosby habe ich mal gelesen, dass der eigentliche Grund für den Ausstieg Aktfotos aus jungen Jahren waren, auf die man aufmerksam geworden ist. Man wollte einem Skandal bei so einer Familienserie aus dem Weg gehen. Das Internet gab es ja noch nicht. Ich weiß nicht mehr genau, ob es der Playboy war.
    Für mich scheint bei Discovery auch ein Problem zu sein, oberste Priorität hat, möglichst divers zu sein, natürlich auch nur auf US-Amerikaner bezogen. In der letzten Folge hat man darauf geachtet, dass alle Probleme von Frauen gelöst worden. Ich finde diese Entwicklung zwar sehr positiv, aber wenn darunter die grundlegenden Sachen leiden, bringt das auch nichts. Vielleicht könnt ihr mal darauf eingehen.
    Ich denke, dass man beim Casting klar darauf achtet, dass man jetzt noch einen Mann mit Hautfarbe XY braucht.

    1. Schau Dir mal den Link an:
      https://www.cbr.com/tv-legends-revealed-did-star-trek-tng-fire-denise-crosby-over-playboy-spread/

      Laut dieser Info ist die Playboy-Geschichte wohl nur eine Legende – sie verließ die Show, weil Sie eine Film-Karriere wollte…

  2. Der beste Film ist doch eindeutig Star Trek 6. Leider seid ihr was die Star Trek Filme angeht nicht sonderlich firm 🙂 .
    Das unentdeckte Land ist aber großartig.

  3. Der beste Film ist *natürlich* der sechste! Den zweiten finde ich überbewertet, den sechsten ein Meisterwerk. Beide sind vom gleichen Regisseur, Nicholas Meyer (der angeblich neulich auch eine neue ST-Miniserie geschrieben hat, von der man aber leider jetzt auch schon länger nichts mehr gehört hat).

    Zweitbester: First Contact. Ich fand toll wie die Charaktere dargestellt wurden, ich mochte die Horror-Elemente und die Action-Szenen waren doch noch ganz moderat. Ich würde sagen, das ist zwar nur der zweitbeste, aber dafür der unterhaltsamste Film.

    Damit dürfte auch klar sein, welche Filme ich gerne von euch besprochen hören würde. 🙂

  4. Geb’s zu, der Traubensaft war Absicht. 😉 – Pflaumensaft, der gute Klingone funktioniert verdauungsmäßig nicht ganz so menschlich.

    Perfekte Wahl mit Familiy/ Familienbegnung weiter zu schauen! Besprechen muss nicht sein, es geht ja besonders um den frischen Eindruck in Hinblick auf bestimmte Handlungsstränge und ST Picard. – Aber guuut, wenn ihr wollt. 😉 😉 😉

    1. PS. DER beste ST-Film? Warum immer solche unlösbaren Fragen? Ihr fragtet neulich nach vielleicht drei Folgen, die ihr schauen solltet vor ST-Picard, wenn’s nach mir geht, mindestens 30 plus 2,25 Filme. 😉
      …Der beste Film? Als TNG-Kind, wie kann es anders sein: „First Contact“. Er schafft es wirklich ein Kinofilm zu sein und sowohl Fans als auch Laufpublikum abzuholen.

      Von den Filmen mit der TOS-Crew mag ich auch einige – am meisten womöglich „The Motion Picture“. “Der Zorn des Khan“ ist fast gleich auf, ich kann Khan und Kirk nur nicht recht nachempfinden, was haben die für Probleme – da stecke ich doch zu sehr in einer anderen Welt. 😉

      Ähm… ich hätte da noch was:
      – VOY „Endspiel“ / „Endgame“ im Jahr 2378
      (Zerstörung Borg-Unikomplex…)

      – „Nemesis“ (wenn es auch schmerzlich wird)
      (Datas Ableben, B-4, Romulanisches Imperium, Picard, 2379)

      – Anfang von „Star Trek“-2009, nur der Anfang der noch in der Prime Timeline (2387) spielt, das Leid soll eingedämmt werden, ich habe schon Nemesis auf die Liste gesetzt.
      (Romulanisches Imperium)

  5. Was die Filme angeht, so besteht auch meine Top 3 aus Wrath of Khan, The Undiscovered Country und First Contact, wobei die Reihenfolge sich ändern kann. Ich habe aber auch viel Liebe übrig für Search For Spock, Generations und Nemesis!
    Tja, 80+ € für ein Kinoticket sind schon ziemlich happig. Aber ich mag Wrath of Khan halt sehr gerne und wie Ihr schon sagtest: Wer weiß, wie oft man Shatner noch live sehen kann. Außerdem mag ich es, Wiederaufführungen von Klassikern im Kino zu sehen, die man früher nicht sehen konnte. Naja, auf jeden Fall werde ich im März in der Lichtburg sein – allerdings nur in der Holzklasse, bin ja nicht Krösus 😉 Wenn Interesse besteht, kann ich gerne berichten, wie es war.
    Wie schon bei der vorletzten Folge möchte ich noch einmal die Werbetrommel für die Episode The Drumhead rühren, da dort meiner Ansicht nach Picards moralisch-ethisches Fundament schön herausgearbeitet wird. Generell könnt Ihr ja die aufgezählten Folgen und Filme in einen Block mit Borg-Fokus (alles mit Hugh, Endgame, First Contact) und einen mit Picard-Fokus (Inner Light, Chain of Command, Family, The Drumhead, Generations etc.) aufteilen und dann nach und nach durchgehen.

  6. Ich würde auch gerne Werbung machen…nach wie vor für “Chain of Command”.

    Die Folge mag für den einen oder anderen vielleicht sogar zu brutal sein, da Picard hier bis aufs Äußerste gefordert wird. Gleichzeitig zeigt diese Folge die moralische Integrität, die Sensibilität, die Empathie und letztlich auch das Mitgefühl, im Grunde alles was Picard und was das “Menschsein” ausmacht oder ausmachen sollte.

    Gul Madred kann Picard foltern so viel er will – er kann ihn einfach nicht besiegen.

    Für mich ist “Chain of Command” viel mehr als nur eine Cardassianer-Folge, so veranschaulicht diese Episode doch, woran es in der cardassianischen Gesellschaft krankt bzw. was alles schief läuft. Als ich damals diese Folge das erste Mal nach dem Ende von DS9 wieder gesehen habe wurde mir klar, dass es nicht anders für die Cardassianer enden konnte oder musste. In Damar und dem Aufstand der cardassianischen Flotte gegen das Dominion zeigt sich schließlich die Hoffnung auf den Neuanfang und genau darauf bin ich in Star Trek Picard gespannt und hoffe, dass es wenigstens am Rande Beachtung findet.

  7. Der beste Star Trek Film – ach das ist so schwer. Von denjenigen die im Prime Verse spielen ist mir Star Trek 6 nach wie vor der liebste. Der Film ist einfach rund gibt der TOS Crew einen richtig schönen Abschied. Außerdem mag ich das Thema “Ost / West Konflikt in Space”

    Zum weiteren Pfad:
    Ich würde Euch eine Misch-Variante vorschlagen wollen: Family, The Inner Light, I am Hugh, Angriff der Borg und als neue Folge noch Tapestry in den RIng werfen – die Folge in der wir erfahren, warum Picard der Mann ist der er heute ist.

    Danach könnt etIhr Euch dann einem Film widmen .

    1. Kurze Anmerkung, da sich gerade die Mischung der Titel etabliert 😉 Die erste Folge mit Hugh heißt im Original „I Borg“ und im Deutschen „Ich bin Hugh“. 🙂

  8. Darf man neugieriger Weise mal Fragen wie viel Hörer Ihr im Schnitt so habt, oder ist das Bernds Geheimnis?

    1. Wahrscheinlich ist das Ernsts Geheimnis – das ist der Zwillingsbruder von Bernd mit Kinnbart. 😉

      1. Belassen wir es dabei… 😉

  9. Zunächst einmal ein großes Danke an euch für die Frage nach einem möglichen sozialistischen Kolonialismus – das hat mich heute acht Stunden lang während meiner Arbeit beschäftigt. Ich hoffe, ich kann heute mein geisteswissenschaftliches Studium zum ersten Mal sinnvoll außerhalb von Uni und Schule sinnvoll nutzen 🙂

    Zunächst einmal müssen wir klären, was überhaupt Kolonialismus ist. Eine gute Definition dazu findet sich im dtv-Atlas Politik:

    “Der Kolonialismus […] ist ein universalgeschichtl. Phänomen, sofern darunter die Eroberung und Inbesitznahme einer Terretoriums durch eine fremde Macht sowie die pol. Herrschaft über dieses Gebiet verstanden wird. Im engeren Sinne ist damit die vom 16. bis zum 19. Jh. hinein erfolgte mit der Entstehung großer Kolonialreiche verbundene Ausdehnung der europ. Macht- und Einflussphäre auf überseeische Territorien in Afrika, Asien und Lateinamerika gemeint.”

    Diese Definition ist meiner Meinung nach ein guter Ausgangspunkt, entspricht sie doch auch in der Allgemeinheit geläufigen Vorstellungen des Begriffs.

    Die UdSSR im Speziellen und der Sozialismus/Kommunismus (ein engere Trennung zwischen beiden ist meiner Meinung nach in diesem Fall nicht zwingend nötig [warum kann man in einem Blog eigentlich keine Fußnoten erstellen?]) im Allgemeinen verstand sich vor allem auch als antikoloniale Ideologie, die auch aktiv Freiheitskämpfe in Afrika im Zuge der Dekolonialisierung unterstützt hat. Selbiges gilt – wie das Beispiel Angola zeigt – auch für Kuba als weitere ambitionierte sozialistische Macht. Das muss allerdings noch nicht bedeuten, dass beide nicht doch koloniale Bestrebungen hatten.

    Gegen die Idee eines sozialistischen Kolonialismus spricht allerdings die Beobachtung, dass beide Länder – vor allem die UdSSR – zwar eine bedeutende EInflusssphäre auf die mittel- und osteuropäischen Staaten zwischen 1945 und 1990 aufbaute, sie aber keineswegs direkte politische Macht in dem Sinne ausübten, als dass sie wie die europäischen Kolonialmächte des 19. Jahrhunderts die Kolonien in ihr Reich inkorporierten.

    Wohlgemerkt, dies gilt nur für den klassischen Kolonialismus, wie er allgemein verstanden wird. Man kann natürlich überlegen, ob es sich hier um eine sozialistische Spielart des Kolonialismus handelte, die keiner direkten Souveränistätsübernahme durch die kolonialisierende Macht bedarf. Das wäre dann aber kein Kolonialismus mehr im eigentlichen Sinne der eingangs zitierten Definition.

    Interessante Überlegungen gibt es dazu bei Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Soviet_Empire & https://en.wikipedia.org/wiki/Neocolonialism

    Ich würde an dieser Stelle aber auch gerne einmal zur Diskussion stellen, ob es sich bei den Borg um eine Analogie auf den Sozialismus/Kommunismus handelt. Ich kann nachvollziehen, dass einige Aspekte daraufhindeuten, zweifele insgesamt aber an der Analogie und möchte eine andere vorschlagen.

    Selbstverständlich sind die Borg eine zutiefst egalitäre Gesellschaft – egalitär aber nur in dem Sinne, dass alle gleichermaßen assimiliert/versklavt sind. Alle Borg sind gleich wenig Wert. Und schließlich waren die Borg in TNG der größte Feind der Föderation (bei TOS übrigens die Klingonen – siehe hierzu unbedingt den auf dem Mauerfall basierenden Film Star Trek VI!).

    Das scheint erstmal den Vergleich der Borg mit der UdSSR nahezulegen. Allerdings nur auf den ersten Blick. Die Folge ist Mitte 1990 erschienen – die Bedrohung durch die UdSSR schien damals mit dem Fall der Mauer vorbei, Francis Fukuyama sprach damals sogar schon vom Ende der Geschichte. Das lässt die direkte Übertragung der Blockkonfrontation nicht mehr so zwingend erscheinen. Außerdem – und das ist der wichtigste Punkt, der meiner Meinung nach die Analogie in Frage stellt – würde das ja im Umkehrschluss bedeuten, dass die Föderation die erzkapitalistischen Vereinigten Staaten wären. Hier würde man Gene Roddenberrys Vision Unrecht tun – zumal es ja gerade in der Föderation kein Kapitalismus herrschen kann, auf welchem Geld sollte dieser denn basieren?

    Auch sehen sich die Borg nicht als Befreier der Entrechteten Arbeiterklasse, sondern als alles gleich unfrei machende Eroberer, die vorgeben, aufgrund einer höherwertigen Idee für Ihnen minderwertig/unterlegen erscheinende Spezies allein aus Fürsorge die Herrschaft übernehmen zu müssen, da die zu assimilierenden alleine nicht sinnvoll für sich sorgen könnten.

    Das sind prinzipiell alles Topoi in der zeitgenössischen Begründung des klassischen europäischen Kolonialismus, wie er oben zitiert wurde. Die Borg sind also eigentlich keine sozialistische Kolonialmacht, sondern ein ganz klar kapitalistische Kolonialmacht – Die Borgqueen selbst also nichts anderes als eine weibliche Version Wilhelms II.

    Falls ihr das anders seht freue ich mich auf jede Diskussion 🙂

    1. I beg To differ 🙂 ich finde auch, dass der Kommunismus kein gutes Beispiel abgibt, um die Borg zu erklären.
      Kapitalistische Kolonialmächte sahen sich in der Vergangenheit häufig der Bevölkerung der Kolonien kulturell, aber auch aus rassistischen Motiven überlegen.
      Nebenbei: Die deutsche Kolonialgeschichte ist auch ein Feld das noch etwas mehr Licht gebrauchen könnte. Da wird sehr viel verklärt und die Verbrechen beschönigt.
      Die Borg aber assimilieren Ihre Gegner vollständig, sie nehmen das was Ihnen Vorteilhaft erscheint und fügen es Ihrer gesamten Kultur hinzu. Sie erheben sich nicht über andere, sondern machen die anderen zu sich selbst.
      Wenn man eine historische Entsprechung heranziehen wollte, bin ich eher bei den antiken Römern. Diese haben in die Länder die sie eroberten römische Kultur und Lebensart gebracht. Erschien den Römern aber etwas nützlich, so wurde es kurzum in die römische Lebensart übernommen. Prominentes Beispiel ist der griechische Pantheon der Götter.

      1. Hmmm, ich sehe deinen Punkt, stimme dir aber nur teilweise zu. Die Borg erheben sich nämlich doch über andere, wenn sie diese dazu zwingen, Borg zu werden. Ähnliches konnten wir auch in der Kolonialgeschichte sehen, beispielsweise bei der Erziehung amerikanischer und australischer Ureinwohnerkinder zu Weißen, was wirklich mit unbeschreiblichen Leid verbunden war.

        Nebenbei hast du völlig recht, wenn du auf die Verbrechen der Deutschen Kolonialgeschichte hinweist, da tut gerade in Deutschland viel Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in der breiten Bevölkerung Not. Und auch aus eigener Anschauung weiß ich, dass das ebenso für deutsche Expats beispielsweise in Namibia gilt, da wird sich historisch so viel zurechtgebogen, dass man als studierte Historiker einen Brechreiz bekommt.

        Doch zurück zum Thema: Ich glaube nicht, dass die Borg mit dem römischen Imperium gleichzusetzen sind. Die von den Römern unterworfenen Völker wurden keine Römer und bekamen schon gar nicht das römische Bürgerrecht.

        Sicher, die Römer haben sich kulturell gerne am griechischen Rhetoriksteinbruch bedient – allerdings bin ich mir recht sicher, dass kein Römer intentional von heute auf morgen einen bei den Griechen abgekupferten Götterpantheon eingeführt hat, sondern dass sich hier im Gegenteil die subtile Wirkmacht der durch Kolonialisierung verbreiteten griechischen Kultur zeigt.

        Vielleicht müssen wir uns einfach eingestehen, dass die Borg kein konkretes historisches oder politisches Vorbild haben.

    2. Hallo Sven,

      da ich es war, der den Beitrag gepostet hat, der in dieser Folge angesprochen wurde, möchte ich kurz meinen Gedankengang umreißen und dabei auf ein paar Deiner Punkte eingehen, ohne die Validität Deines Beitrags in Frage stellen zu wollen.

      Ich habe bei meiner These vor allem die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken im Kopf gehabt. Nach der Oktoberrevolution von 1917 war ja zunächst nur das Gebiet des ehemaligen Zarenreichs Russland von der Kommunistischen Partei in eine Sowjetrepublik umgewandelt worden. In den Folgejahren versuchte man aber die „Weltrevolution“ auch in anderen Ländern zu etablieren, was man durchaus als ein gewisses Sendungsbewusstsein interpretieren kann, auch wenn der nationale Charakter des Imperialismus, der sich in Aussagen wie „Am deutschen Wesen…“ widerspiegelt, dabei fehlt. Erfolg hatte diese Vorgehensweise allerdings nur in unmittelbaren Nachbarregionen Russlands, wie der Ukraine oder Armenien, und war immer durch den Einmarsch der Roten Armee bzw. durch Kriege, an denen die russische Sowjetrepublik beteiligt war, begleitet. Diese Sowjetrepubliken schlossen sich 1922 dann zur UdSSR zusammenschlossen. Nachdem im Anschluss an den Hitler-Stalin-Pakt 1940 die Rote Armee das Baltikum und Moldawien erobert hatte, hatte die UdSSR ihre größte Ausdehnung erreicht.

      Man kann festhalten, dass die Menschen in den zwischen 1922 und 1940 angeschlossenen Gebieten ihre nationalen Eigenschaften aufgeben mussten und zum Teil der UdSSR wurden. Von außen wirkte es auf jeden Fall so; die Amerikaner betrachteten z.B. die Menschen aus Estland ja auch nicht als Esten, sondern im allgemeinen primär als „Russen“. Dass russisch Amtssprache in diesen Sowjetrepubliken wurde, Moskau als Hauptstadt und Regierungszentrum für alle Teile der UdSSR diente und ein Austritt aus der UdSSR den Teilrepubliken nur theoretisch möglich aber praktisch unmöglich war, zeugen ebenfalls davon, dass die Bewohner der UdSSR nicht mit ihrer nationalen Herkunft gleichgesetzt wurden, sondern ihnen die russische Identität zwangsweise übergestülpt wurde.

      Die direkte Analogie zum Borg-Kollektiv, die mich zu diesem Vergleich brachte, war, dass nach der Assimilation von außen auch nicht mehr zwischen Menschen, Vulkaniern oder Klingonen unterschieden wurde, sondern sie alle Borg wurden. Deinen Ausspruch, dass die Borg „alles gleich unfrei machende Eroberer [sind], die vorgeben, aufgrund einer höherwertigen Idee für Ihnen minderwertig/unterlegen erscheinende Spezies allein aus Fürsorge die Herrschaft übernehmen zu müssen“, meine ich ebenfalls darin wieder zu erkennen, auch wenn ich bei den Borg keine Fürsorge-Mentalität feststellen kann. Woher Du wiederum den Schluss ziehst, dass die Borg „ein[e] ganz klar kapitalistische Kolonialmacht“ seien, kann ich Deinem Beitrag leider nicht entnehmen.

      Ich stimme Dir aber insofern zu, dass die UdSSR in ihrer Einflusszone, z.B. in der DDR, Tschechoslowakei oder Ungarn in Europa sowie in afrikanischen Nationen wie Angola, keinen unmittelbaren Einfluss besaß. Aber ein hegemonialer Charakter wird sich besonders bei den genannten europäischen Nationen nicht von der Hand weisen lassen, wenn man bedenkt, dass die moskautreuen Regierungen in brenzligen Situationen sich immer an den Kreml wandten. Ich denke da besonders an Niederschlagungen von Volksaufständen (1953 in der DDR, 1956 in Ungarn oder 1969 in Prag), bei denen die Sowjetarmee die Macht der kommunistischen Parteien wiederherstellen musste. In allen Staaten der sowjetischen Einflusszone war ja zudem noch eine gewisse wirtschaftliche und auch kulturelle Vormacht vorhanden.

      Deinem Argument, dass der Entstehungszeitpunkt von „Best of Both Worlds“ (1990) dem Vergleich der Borg mit der UdSSR widerspreche, da der kommunistische Ostblock zu dieser Zeit bereits im Niedergang begriffen war, möchte ich entgegenstellen, dass dies ja nicht der erste Auftritt der Borg war. Sie tauchten ja erstmals in „Q Who“ aus der zweiten Staffel auf und laut Memory Alpha war das Drehbuch der Folge in seiner überarbeiteten, finalen Form am 24. Februar 1989 fertiggestellt worden. (https://memory-alpha.fandom.com/wiki/Q_Who_(episode)#Production_history) Zu diesem Zeitpunkt kriselte es zwar schon stark hinter dem „Eisernen Vorhang“, aber der schnelle Zusammenfall zwischen November 1989 und Dezember 1991 war damals sicherlich noch nicht in dem tatsächlich eintretenden Ausmaß antizipierbar.

      Wenn man den Entstehungsprozess der Borg als Gegenspieler für TNG wiederum in Betracht zieht, der in dem oben verlinkten Beitrag nachlesbar ist, so wird deutlich, dass es ursprünglich eine Art außerirdische Parasiteninsektenspezies werden sollte (kurz zu sehen in der vorletzten Folge von Staffel 1). Kostengründe ließen die Produzenten aber umschwenken zu Schauspielern mit aufgeklebten Plastikapplikationen. Von irgendwelchen Vergleichen der Borg zum Kolonialismus/Imperialismus, zur UdSSR oder zu einem Klassenkampf zwischen Kapitalismus/Individualismus US-amerikanischer Art vs. Kommunismus/Kollektivismus sowjetischer Prägung war in den Hintergrundinfos aber nichts zu lesen. Insofern liegen wir wahrscheinlich alle falsch mit unseren allegorischen Fantheorien und den Borg liegen, wie von Dir vermutet, keine realen historischen Systemkonflikte zugrund – egal wie zutreffend sie erscheinen mögen ;-p

  10. Oh mein Gott, vielen Dank für diese Folge! Ich höre sie gerade zum zweiten Mal, weil Sebastians Stimme so unglaublich sexy klingt, Umox-Level 100 🙂 Bitte nehmt auch in Zukunft auf, wenn ihr erkältet oder verkatert seid. Und ich liebe unrelatebale Andreas. Bitte mehr davon!

  11. Tagchen,

    habe gerade wenig Zeit, aber hier meine Film Topliste inklusive Sterne Bewertungen bei Letterboxd 🙂

    https://boxd.it/1X9xm

    PS: Holt die Filme unbedingt mal nach. Ich bin als Kind tatsächlich zuerst mit den Filmen mit Star Trek in Kontakt gekommen, weil mein Bruder diese auf VHS Kassette hatte. Danach Hab ich dann immer TOS und TNG auf SAT1 geguckt. DS9 habe ich als Kind/Jugendlicher noch völlig ignoriert und Voyager war die erste Serie, die ich von Anfang bis Ende komplett mit verfolgt habe. Deswegen mag ich die Serie auch sehr, obwohl ich all ihre Schwächen anerkenne. 😉

    Ups… recht langes Post Scriptum 😀

    Grüße an euch und alle

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