News und Feedback: April 2021

First Contact Day – News

Am 05. April 2021 veranstaltete Paramount +, der Nachfolgedienst von CBS All Access als Streaming-Service der 2019 fusionierten Mediengruppe ViacomCBS, Online-Veranstaltungen zum „First Contact Day“. Auch wenn Trekkies es gerne hätten: Der First Contact Day gilt noch nicht als offizieller Feiertag, auch nicht in den USA. Aber warum ist dieser Tag überhaupt so wichtig?

Wir sehen in First Contact von 1996, dass am 5. April 2063 in Bozeman, Montana der erste Warp-Flug durchgeführt wird – und zwar von Zefram Cochran – und sich deswegen die Vulkanier mit den Menschen treffen. Der „Erste Kontakt“ einer Außerirdischen Spezies mit den Menschen. Im Mirror Universe passiert ungefähr dasselbe, nur dass die Terraner anschließend die Vulkanier abschlachten. In beiden Universen ist der First Contact Day nach diesen Ereignissen ein Feiertag. Kathryn Janeway erzählt z.B. später, dass sie am First Contact Day immer schulfrei hatte. Das war aber offenbar nicht in allen Schulen so, denn im wunderbaren Short Trek „Children of Mars“ sehen wir Schulbetrieb zumindest an der einer bestimmten Schule, der WSA.

Auf der Voyager wurde der Tag mit Zefram Cochrans Lieblingsessen gefeiert, Käse-Pierogis. Dazu gab es auf der der Voyager Rock n Roll – denn Zefram Cochrane liebte Rock n Roll. Gerne erinnern wir uns an Magic Carpet Ride beim Jungfernflug seines Raumschiffs, der Phoenix. Laut Jack Ransom gab es aber auch Lachs am First Contact Day – das sagt er mal in einer Metapher.

Ab 2385 hat der First Contact Day einen traurigen Twist – denn es war der Tag, an dem synthetische Lebensformen den Mars angegriffen haben. Commodore Oh, eine Zhat Vash Agentin, die die Sternenflottensicherheit infiltriert hatte, plante den Angriff aus religiösen Gründen, um synthetische Lebensformen in der Föderation zu diskreditieren.

In ganz ferner Zukunft wird Kovich, bislang äußerst geheimnisvoller Protagonist der dritten Staffel „Star Trek: Discovery“ am First Contact Day geboren. Und warum eigentlich der 5. April? Es ist ein Denkmal. Ein Denkmal, dass Ronald D. Moore seinem Sohn Jonathan Michael Moore gesetzt hat – denn es ist dessen Geburtstag.

Und warum nutzt Viacom CBS Paramount+ nun einen solchen Tag für ein ganztägiges Event? Nun, erfolgreiche Events aus anderen Franchises werden sich im neuen Star-Trek-Management abgeguckt. Nachdem in den letzten Jahren schon desöfteren Star Wars Events am 4. Mai stattfanden, hat man sich nun überlegt, jährlich am 05. April Star-Trek-Events zu machen. Warum auch nicht. Deswegen hat jetzt quasi eine Art virtuelle Convention am 05. April stattgefunden, der man, zumindest in den USA, den ganzen Tag beiwohnen konnte.

Das Programm war happig. Es begann mit einem Spezial-Marathon von Star-Trek-Folgen namens „The Best of First Contacts“. Man startete mit der Gorn-Folge von TOS (Arena), er folgten der Pilot von Lower Decks (Second Contact) und Deep Space Nines „Little Green Men“ (Quark, Rom und Nog in Area 51). Dann kam der Short Trek „Children of Mars“, „Scorpion, Teil 2“ von Voyager (Also die erste Seven-of-Nine-Folge!), „New Eden“ von der 2. Staffel Discovery, die TAS-Folge „The Infinite Vulcan“, „First Contact” von TNG und aus der ersten Staffel Picard “Broken Pieces”. Eine schöne und auch etwas nerdige Auswahl, wobei ich die Picard-Folge am wenigsten im Sinne eines First Contacts verstehe. Am ehesten kann man die Anfangsszene mit den Zhat Vash auf Aia mit ihrem Offenbarungserlebnis als First Contact deuten, ansonsten spielt die Episode auschließlich auf dem Borg-Kubus und der „La Sirena“. Bei Picard hätte ich unter dem Topic „First Contact“ wahrscheinlich eher den Piloten oder den ersten Teil des Finales genommen.

Zwischen diesem Marathon gab es um High Noon Pacific Time, also um 21 Uhr in Mitteleuropa, ganze 5 Panels zu Star Trek-Themen. Und die hatten es in sich.

Moderiert wurden die Panels von Wil Wheaton und Mica Burton. Wheaton ist unter Star-Trek-Kreisen natürlich aus seiner Rolle als Wesley Crusher bekannt. Mica Burton hingegen ist noch ein unbeschriebenes Blatt. Persönlich kenne ich sie von Critical Role, einem Pen-and-Paper Format auf Youtube und Twitch. Bei Critical Role spielen immer wieder Schauspieler*innen und Synchronsprecher*innen mit.

Das erste Panel war ein Panel zu 25 Jahre „First Contact“. Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Brent Spiner und Borg Queen Alice Krige erinnert sich zurück an den Film. Stewart hatte noch ein besonderes Feature für die Fans mitgebracht – inkl. eines Stargastes. Dazu später mehr. Das zweite Panel war ein klassisches Making-Of-Panel für Discovery und Picard – mit Kostümdesignerin Gersha Phillips und noch ein paar ähnlichen Macher*innen hinter den Kulissen. Im dritten Panel zu „Frauen im Film“ sprachen Schauspielerinnen über Nichelle Nichols und ihren Einfluss auf die Popkultur. Teilnehmerinnen waren: Sonequa Martin-Green (Michael Burnham aus „Star Trek: Discovery“, Michelle Hurd und Isa Briones (Raffi Musiker und Dahj/Soji aus „Star Trek: Picard“) und Dawnn Lewis, Sprecherin von Captain Freeman in „Star Trek: Lower Decks“. Zu diesem Panel später mehr. Das vierte Panel setzte auf den „sicheren“ Comedyfaktor. Es hieß „Second Contact Panel” – aber es ging nicht nur um Lower Decks, sondern auch um lustige B-Stories in den alten Trek Serien. Teilnehmerfeld: Lower-Decks-Showrunner Mike McMahan, „Data“-Darsteller Brent Spiner, „Riker-Darsteller“ Jonathan Frakes und der Podcaster Paul F. Tompkins. Das fünfte Panel schließlich gestalteten die Hageman-Brüder Kevin und Dan gemeinsam mit Kate Mulgrew zu „Star Trek: Prodigy“. Die Hageman-Brüder, die zuvor durch die „Trollhunters“-Serie berühmt geworden sind, sind Showrunner von „Star Trek: Prodigy“ und haben die Serie entwickelt.

Natürlich waren die Panels Quelle für allerhand verschiedener News, die ich hier einmal zusammenfassen möchte.

Star Trek Discovery:

Zum  „Women in Motion”-Panel brachte Sonequa Martin-Green tatsächlich den ersten Trailer für Discovery mit. Erste Info: Discovery kommt, wenig überraschend ob der ständigen Wasserstandsmeldungen von VFX-Editor Chad Rubel, schon 2021 zurück. Eigene Einschätzung: Vermutlich startet sie im Dezember – nach der 2. Staffel Lower Decks und der ersten Staffel Prodigy. Dazu später mehr. Natürlich wurde eine Zusammenfassung der Handlung der 4. Staffel in Promosprech vorgestellt:

In der vierten Staffel von Star Trek: Discovery sind Captain Burnham und die Besatzung der USS Discovery einer Bedrohung ausgesetzt, die sie noch nie erlebt haben. Da die Welten der Föderation und der Nicht-Föderation gleichermaßen die Auswirkungen spüren, müssen sie sich dem Unbekannten stellen und zusammenarbeiten, um eine hoffnungsvolle Zukunft für alle zu gewährleisten.

Gucken wir uns den Trailer einmal genau an, um zu schauen, was wir über diese relativ nichtssagende Beschreibung hinaus herausfinden können.

Offensichtlich kamen die grauen Uniformen beim Testpublikum nicht gut an. (Gersha Philipps begründet es allerdings mit der besseren Konstrastierung!). Denn tatsächlich hat die Discovery-Crew schon wieder neue Uniformen. Der Stil ist weiterhin der Stil der Sternenflotte aus der dritten Staffel – aber jetzt gibt es eine Farbcodierung: Komplett rot, komplett gelb, komplett blau. Wie in den alten Serien. Rot steht dabei für Kommando, Gelb (oder gold) für Operation und Blau für Wissenschaft und Medizin. Vielleicht weisen die neuen Uniformen auch darauf hin, dass wir wieder einen Zeitsprung erleben – denn tatsächlich sehen wir auf einer Brückenansicht Saru zurück auf der Discovery – aber nicht auf dem Captains Chair, sondern an der Seite von Captain Burnham hinter einer Konsole. Man darf gespannt sein.

Wir sehen außerdem eine Frau, die ihre Abstammung im Gesicht nicht vergebergen kann. Es scheint so, als ob ein/e Vorfahr*in Cardassianer*in war. Die Cardassianer*innen hatten wir zuletzt in einigen Szenen der dritten Staffel Discovery auf den Handelplätzen der „Emerald Chain“ gesehen. Fraglich, ob sie zur Föderation gehören.

Die Frau aber trägt eine Föderationsbrosche – und es liegt nahe, dass wir mit dieser Frau tatsächlich endlich die Föderationspräsidentin sehen. Zudem würde es passen: NiVar wird von einer Frau regiert, Trill auch – und jetzt vielleicht auch die Föderation. Meine Favoritin der 3. Staffel, Präsidentin T’Rina von Ni’Var, sehen wir auch. Sie spricht mit der Halbcardassianerin und bekennt sich dazu, dass Ni’Var und die Föderation „Mehr als Verbündete“ seien. Also: Das ehemalige Vulcan zurück in der Föderation? Das bleibt abzuwarten. T’Rina scheint zumindest eine größere Rolle zu spielen, denn wir sehen sie auch bei einer Gedankenverschmelzung mit Book. Und zwar auf Ni’Var – also auf dem Planeten, der früher Vulcan war.

Saru ist zwar teilweise auf der Brücke der Discovery, teilweise aber auch noch in anderem Outift auf einem anderen Planeten, mutmaßlich Kaminar, zu sehen. Außerdem sehen wir am Ende des Trailers Hände – und das linke Handpaar scheint von Saru zu stammen. Dann hätte er eine Kommandouniform an, denn beide Handpaare stammen von Offizier*innen in roten Uniformen. Vielleicht ist der/die andere Michael Burnham?

In einer Szene rennen Book und Burnham durch Wälder. Diese könnten wieder Kweijan zeigen, Books Heimatplanet.

An mehreren Stellen im Trailer sehen wir die Qowat Milat im Hintergrund. An einer Stelle scheinen Michael und Tilly von den Qowat Milat Schwerter zu bekommen. Was nahe liegt: Die Discovery scheint wieder mal auf aussichtlose Mission zu gehen. Übrigens ist auch Sonja Sohn zu sehen, Mama Burnham ist also wieder an Bord. Was wissen wir über diese Mission? Im Trailer erzählt Stamets von einer riesigen Gravitationsanomalie. Und deren Auswirkungen sehen wir dann auch in einzelnen Szenen: Die Crew schwebt plötzlich im Schiff herum. In einer Einstellung steht das Hangardeck sogar Kopf. Das macht das Fliegen natürlich etwas schwieriger – und es bringt die Diskussion um Sicherheitsgurte bei Star Trek wieder auf die Tagesordnung. In „The Motion Picture“ hatten sie diese zumindest – und in JJTrek auch. Die Halbcardassianerin beschreibt das Problem mit der Anomalie so: “Egal ob Teil der Föderation oder nicht, diese Anomalie bedroht uns alle in gleicher Weise.” Wonach klingt das für euch? Vielleicht nach einer Welle wie dem „Nexus“ in „Generations“? In einer weiteren Szene sehen wir zumindest die Discovery völlig zerstört. Außerdem spielen die Kelpianer weiterhin eine größere Rolle – denn wir sehen neben Saru auch noch eine unbekannte Kelpianerin. Eine Frau – also vielleicht die Präsidentin von Kaminar?

Der Trailer sieht grundsätzlich nach einem etwas kleineren Problem als einem universalen Krieg (Staffel 1), einer Bedrohung für jegliches fühlende Leben im Universum (Staffel 2) und dem Ende schneller interplanetarer Raumfahrt (Staffel 3) aus. Hoffen wir, dass sie sich tatsächlich auf ein kleineres Problem und eine großen Prise Entdeckung („Discovery“) und Diplomatie hineinstreuen.

Star Trek: Lower Decks

First of all: Lower Decks kehrt schon am 12. August zurück und wird damit die erste neue Star Trek-Serie sein, die wir in 2021 sehen werden. Und: Lower Decks ist für eine dritte Staffel gebucht worden. Das ist keine Überraschung, aber zumindest bemerkenswert.

Auf dem „Spaß-Panel“ mit Mike McMahan haben wir einen Mini-Teaser bekommen. 25 Sekunden voller Easter-Eggs. Ein kurzer Abriss. Mariner, Tendi und Rutherford sitzen auf der Cerritos in der Messe. Mariner: „Machen wir heute Science Fiction-Sachen?“. Und diese Science-Fiction-Sachen starten dann. Der erste der folgenden kurzen Momente zeigt ein Schiff der Miranda-Klasse (wie die USS Reliant in Star Trek II ). Diese Miranda-Klasse heißt USS Macduff. MacDuff war der Gegenspieler von MacBeth im gleichnamigen Bühnenstück von William Shakespeare – und natürlich wurde der Name schon einmal genutzt, nämlich in der TNG-Episode „Conundrum“. In unserer nächsten Szene finden wir zwei Denobulaner*innen in einer Umgebung. Die Spezies von Dr. Phlox bekommt also auch mal wieder einen Auftritt. Sie stehen einem wütenden Mugatu gegenüber – einer seltsamen Gorillaspezies aus TOS: „A private little war“. Dann zeigt uns der Teaser Mariner bei Anbo-jyutsu, einer seltsamen „American-Gladiators“ Sportart, die Riker in „The Icarus Factor“ zeigt. Apropos Riker: In der nächsten Szene schwebt Jack Ransom über einer klingonischen Stadt – und aus seinen Händen schießen Regenbögen. Dann: Bei einer Aufnahme einer unterirdischen Einrichtung arbeitet Boimler verzweifelt an einigen Kontrollen, während er von Zivilisten (oder vielleicht Mitgliedern der Titan-Crew in Zivil) gegen eine Gruppe von Pakleds, den gar nicht mal so klugen Außerirdischen von TNGs „Samaritan Snare“, verteidigt wird. Die kehrten im Finale der ersten Staffel von Lower Decks zurück. Showrunner Mike McMahan hat zuvor gespoilt, dass die Pakleds in der zweiten Staffel zurück sein werden.

Zurück ist auch Mariner. Diesmal wehrt sie eine Gruppe von Cardassianern in einer Verhörkammer direkt aus der TNG-Episode „Chain of Command“ ab. Und ein für alle mal: Da sind VIER Lichter!

Als nächstes sehen wir Tendi, die sich in einem Raum mit verschiedenen außerirdischen Kreaturen in Käfigen befindet. (Ist das vielleicht eine weirde Form von „The Menagerie“?). Sie ist überrascht von einer Gruppe von Schlangen, die hinter ihr herausspringen. Viele Schlangen, aber eine Kreatur? Möglich. Dann wäre es möglicherweise sogar ein Andromedanischer Kelvan, den Spock in seiner natürlichen Form als „immense Wesen, hundert Glieder, die Tentakeln ähneln“ beschrieb. (TOS: By any other Name).

In einem kurzen Moment umklammert Rutherford noch seinen Kopf und schreit. Ob ihm sein Implantat wieder Sorgen macht? Immerhin hatte Badgey dafür gesorgt, dass es zurückgesetzt wurde und er alles vergessen hat, was jemals geschehen ist.

Der Trailer nimmt dann noch mal die Fahrt raus und wir bekommen einen schönen Moment auf der Cerritos. Tendi und Rutherford hängen mit Mariner zusammen in der Brigg und Tendi sagt: „Das einzige, was fehlt, ist Boimler. Er muss die Zeit seines Lebens haben.“ Naja… Die Titan, auf der Boimler jetzt unter Captain Riker dient, ist gerade im Kampf und Boimler sieht nicht besonders glücklich aus. Natürlich nimmt Riker diesen Kampf in Kauf. Nach der Ankündigung des „roten Alarms“ hellt er die Stimmung mit einer lässigen Jazz-Musikreferenz auf: „Ich fange an zu denken, dass diese Jam-Session zu viele Licks und nicht genug Comps hat.“ Keine Ahnung, was das bedeutet. Boimler übrigens auch nicht.

Wir beenden das Herauszoomen während derselben Schlacht und sehen, wie die USS Titan in eine Art Anomalie eintritt und von denselben kleinen Schiffen angegriffen wird, die zu Beginn des Teasers die Macduff angegriffen haben. Ein folgenübergreifendes Problem? Wer weiß! Vielleicht sind es auch beides Bilder aus Folge 1.

Zur Machart von Lower Decks erzählte Mike McMahan noch sehr interessante Dinge:

„Wir ermutigen [Improvisation] sehr. Es gibt einige Dinge, die niemand improvisieren möchte, und zwar in der Fachsprache, in der es sich wie Star Trek anfühlt. Gleichzeitig erhalten wir normalerweise ein paar Takes wie geskriptet, und dann erhalten wir noch mehr improvisierte Takes. Die erste Person, die wir besetzten, war Tawny Newsome und sie ist eine erstaunliche Improvisatorin. Wir wussten sofort, dass dies eine Show ist, in der wir die Show an ihre Leistungen anpassen werden. Wir werden das Herz der Charaktere von dem kommen lassen, was die Schauspieler begeistert.“

Mike McMahan hatte auch noch einen Storypitch für einen Auftritt von Wesley Crusher: Er müsse ihn erst mittels eines viel größeren Reisenden aus der Obhut des Reisenden befreien und dann mit der Crew das Naniten-Problem lösen, dann könne Wesley wieder an Bord kommen. Wil Wheaton sagte ihm spontan für diese Geschichte zu.

Lower Decks wird weiterhin die „lockerste“ neue Star-Trek-Serie sein – und der Humor richtet sich an Star-Trek-Fans genau wie an Unbeteiligte…

Star Trek: Prodigy

Ob Star Trek Fans auch etwas mit „Star Trek: Prodigy“ anfangen können, bleibt abzuwarten. Mit dem Auftritt von Captain Janeway wurde zumindest ein Punkt gesetzt, an dem Trekkies gut „andocken“ können.

First of all: Prodigy kommt noch dieses Jahr. Und beim Panel mit den Hageman-Brüdern wurde bekannt gegeben und gezeigt, WIE Janeway eingebaut wird: Nämlich als Emergency Training Hologram. Während des Panels enthüllten die Hagemans auch, dass die Serie im Jahr 2383 nach den Ereignissen von Star Trek: Voyager und Star Trek: Nemesis stattfindet und im Delta-Quadranten spielt.

Janeway sieht dabei deutlich jünger aus als bei „Star Trek: Voyager“. Was sagt Kate Mulgrew zu ihrem Aussehen:

„Als die Hagemans darauf bestanden, sie so schön zu machen, sagte ich: „Ich denke, ihr müsst ihre Schönheit modifizieren.“ Sie kann einfach nicht so schön sein. Wir hatten einen Streit, der monatelang andauerte. Und dann sagte ich: „Lass uns einfach das Kinn modifizieren“, und sie taten es. Wir sprachen ein wenig über ihr Gesicht, ihre Haare – die eine eigene Mythologie haben – und ihr Sein. Aber sie sind unglaublich schmeichelnd. Es war kollaborativ und es hat Spaß gemacht. Alles daran hat Spaß gemacht!“

Star Trek: Picard

Ein Loblied über die neue Serie – das haben wir 2019 auch zu „Star Trek: Picard“ gehört. Der Rest ist Geschichte und darf diskutiert werden. Nun gab es einen ersten Trailer für Staffel 2 von Star Trek Picard. Bevor wir in die Tiefenanalyse gehen: Die Staffel läuft 2022 – ich gehe davon aus, dass wir sie dann im Frühjahr sehen werden, denn sie wird schon gedreht. Terry Matalas, der Showrunner, twittert ab und zu enthusiastisch kryptisch vom Set.

Es ist ein sehr kurzer Trailer, mehr ein Teaser-Trailer von eineinhalb Minuten – und er kommt völlig ohne Schauspieler*innen aus. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Macher*innen nicht eine ganze Armada voll von Anspielungen in den Trailer hätten packen können.

Wir schwenken zu Beginn des Trailers über das Chateau Picard. Es scheint sich hier um das echte Chateau Picard zu handeln. Wir haben in der zweiten Staffel des Öfteren den Arbeitsraum im Chateau als Holodeck-Simulation auf der La-Sirena gesehen. Hier schwenken wir aber über die Weinberge von außen – und das wirkt nicht wie eine Simulation. Kehrt Picard also zur Erde zurück?

Wir starten ins Zimmer und sehen Picards Uhr, die wir aus der ersten Staffel gut kennen. Es ist kurz nach zwei. Eine erste Anspielung, um was es in der nächsten Staffel gehen könnte? Immerhin zeigt die Rathhausuhr in „Zurück in die Zukunft“ bei der Rückkehr von Marty durch die Energie des Blitzeinschlags die gleiche Uhrzeit.

In der Mitte liegt auf einem Tisch ein Relikt, welches eher aus einer anderen Serie stammt, die bis auf eine Folge ohne Picard auskommt: Nämlich aus DS9. Es ist eine Steintafel aus „Reckoning“. Darin waren mal ein Pah-Geist und ein Prophet gefangen. Sisko lässt beide frei – und sie gehen in Kira und Jake und kämpfen auf dem Promenadendeck.

An der Wand in Picards Arbeitszimmer sehen wir das Bild der Enterprise, welches bereits in TNG in Picard Bereitschaftsraum hing. Die Frage ist: Soll es das Original sein? Als die Enterprise D abgestürzt ist, hat sich Picard dort nur sein Fotoalbum herausgeholt. Unklar.

Auf dem Kaminsims vor dem Gemälde sehen wir zwei weitere schöne Verweise: Einmal ein versteinertes Fossil, welches Picard auch immer in seinem Bereitschaftsraum auf der Enterprise hatte. Und eine Skulptur, die einen Mann hinter einem Pferd bei der Feldarbeit zeigt. Jörg Hillebrand hat uns auf Twitter gesagt, wo das herkommt: Es stand in „Family“ bei den Picards im Wohnzimmer.

Und Bücher. Keine Angst, wir gehen nicht jedes Buch durch. Auffällig ist aber ein Exemplar von „Paradise Lost“ von John Milton. Das hatte auch Khan auf Ceti Alpha V dabei – und es ist ein Buch, welches unfassbar häufig in amerikanischer Popkultur zitiert wird. Übrigens zitiert Khan das Buch auch schon in Space Seed. Das berühmteste Zitat lautet sinnbildlich: Besser in der Hölle regieren als im Himmel dienen. Das Buch handelt sehr viel von Satan und anderen gefallenen Engeln. Möchte uns dieses Bild etwas sagen? Geht Picard mit dem Menschsein auch seine Menschlichkeit verloren? Oder geht es hier evtl. um ein anderes allmächtiges Wesen, welches aus dem Paradies gefallen ist? Dazu später mehr.

Auf ein weiteres Buch muss ich noch eingehen. Es ist ein erfundenes Buch. Aber diesmal nicht Surak, sondern Tracy Tormé mit „The Long Dark Tunnel“. Tracy Tormé ist eine Autorin von frühen TNG-Staffeln. Und wenn man genau auf das Buch kommt, sieht man die Worte „Dixon Hill“. Seit „First Contact“ haben wir „Dixon Hill“ nicht mehr gesehen – aber „The Long Dark Tunnel“ kennen wir. Denn das war der Holoroman aus der zweiten Dixon-Hill-Folge „The Big Goodbye“ – geschrieben von Tracy Tormé.

Bei einem weiteren Detail im Arbeitszimmer muss man ganz genau hinsehen: Unter dem Enterprise-Gemälde sieht man ein Schiff in einer Flasche. Ein „Ship in a Bottle“. Das war auch die Episode, in der Picard erzählt hat, dass er früher Flaschenschiffe gebaut hat. Das Schiff in der Flasche ist ein promellianischer Schlachtkreuzer. Den kennen wir aus TNGs: Booby Trap!

Über dem Stuhl hängt der mintakanische Teppich aus „Who watches the Watchers“, „der Gott der Mintakaner“. In den beiden Glasvitrinen im Raum sehen wir unendlich viele Shakespeare-Bücher. Vielleicht hat Picard diese von Q bekommen – in „Hide and Q“ wirft Q ihm eine Menge Bücher zu.

Auf dem Kamin steht der Kurlan Naiskos. Das ist eine Keramikfigur, die die Kurlan gemacht haben. Das Ding hat Picard in TNG „The Chase“ bekommen und es stand später und in Generations in seinem Bereitschaftsraum. In der ersten Staffel Picard stand das Ding im Sternenflottenmuseum. Naiskoi spiegeln die Kurlan- Philosophie in dem Sinne wider, dass diese glaubten, ein Individuum sei tatsächlich eine Gemeinschaft von Individuen, jede mit ihrer eigenen Stimme, ihren eigenen Wünschen und ihrer eigenen Sicht auf die Welt. Der Kurlan Naiskos ist also eine Figur mit mehreren kleineren Figuren darin. Da möchte ich nun nichts reininterpretieren.

Der offensichtlichste Verweis im Trailer ist die USS Stargazer als Modell auf Picards Tisch. Das ist Picards erstes Schiff als Captain – und wir haben es in TNG in der Folge „The Battle“ gesehen. Was wissen wir von der Stargazer? Wir kennen zwei Offiziere: Jack Crusher, Beverlys Mann und Picards besten Freund, der auf der Stargazer unter Picards Kommando starb. Und aus der ersten Staffel Picard Moritz Benayoun, der medizinischer Offizier auf der Stargazer war.

Auf dem Tisch steht noch eine Sanduhr, aber der Sand rieselt nach oben. Zeitreisengeschichte, du bist gebucht!

Der letzte Verweis scheint mit einer Szene ganz zu Beginn der ersten Picard- Staffel verbunden zu sein. Während Data und Picard Poker spielen, hat Data plötzlich fünf Königinnen. An diesem Punkt erlebt Picard den Angriff auf den Mars erneut und erwacht aus seinem Albtraum. Im Jahr 2020 bestritten Michael Chabon und Akiva Goldsman , dass dies ein Osterei für „Q“ war, aber jetzt? Jetzt sehen wir eine einzige Dame – und das Q auf der „Queen“ bleibt als solo-Buchstabe stehen, während im Hintergrund Q sagt, dass der Prozess niemals endet. Wir erinnern uns: TNG hatte mit einem Prozess begonnen, indem die Menschheit sich für ihre Existenz verantworten muss – vor Richter Q.

Überhaupt: Der Text im Hintergrund. Picard sagt: “The true final frontier is.time. Time can turn even our most impulsive, our most ill-considered actions into history. What we do in a crisis often weighs upon us less heavily than what we wish we had done. What could have been. Time offers so many opportunities.but never second chances.”

Was wissen wir sonst noch: Brent Spiner nimmt die Rolle von Dr. Altan Inigo Soong wieder auf. Die gesamte Besatzung der La Sirena ist auch wieder dabei. Whoopie Goldberg spielt mit. Und – ganz neu – auch Orla Brady kehrt als Romulaner-Tal-Shiar-Hausfrau Laris wieder.

Stewart hat noch mehr über den Auftritt von Q erzählt, ohne spoilern zu wollen:

„Qs Ankunft ist – wie so oft – völlig unerwartet, kommt aber auch zu einem erschütternden Moment in der Folge. Und ich meine WIRKLICH einen erschütternden Moment. Ob der mit Q verbunden ist oder nicht, ich bin mir nicht ganz sicher, aber es gibt ein signifikantes Trauma. Tatsächlich arbeite ich gerade daran, wie das Trauma dieses Augenblicks für einen beträchtlichen Teil der Episode um Picard herum hängt. Und dann ist er da. “

Stewart verspricht: Kein Facepalm für Q. (wie in Deja Q!)

Picards Zeit als Borg wird in Staffel 2 wieder reflektiert werden. Dazu ein Dialog zwischen Frakes und Stewart, frei von mir übersetzt:

Stewart: „Es gibt viele Hinweise auf Picard als Borg-Charakter und es gibt genügend Beweise dafür, dass er von dieser Erfahrung immer noch zutiefst beunruhigt ist. Also Johnny. Wir könnten einen Weg finden, diese Elemente wieder in Picard einzuführen.

Frakes: Genau das hat sich in meinem Kopf gedreht, als du es vorgeschlagen hast. Denn einer der großen Erfolge der ersten Staffel von Picard – einer der großen Momente – war der Moment, den du mit Jeri, mit Seven of Nine hattest, als ihr über eure gemeinsame Erfahrung mit den Borg sprachen. Es war kurz, aber es war so kraftvoll und kernig und für euch beide emotional aufgeladen.

Sonstiges:

Paramount + gab bekannt, dass der abendfüllende Dokumentarfilm Woman in Motion ab Donnerstag, dem 3. Juni, exklusiv auf Paramount+ gestreamt werden kann.  Woman in Motion erzählt die inspirierende Geschichte, wie Nichelle Nichols mit der NASA zusammengearbeitet hat, um „PoC“ und Frauen zu rekrutieren Das Programm begann in den 1970er Jahren. Während des Panels wurde auch ein neuer Trailer für Woman in Motion gezeigt.

Und: Die Star Trek Conventions haben ein neues Logo. Sehr schick… Und die erste offizielle Con mit diesem neuen Logo ist die Mission Chicago 2022 – dann hoffentlich wieder als richtige Con.

Zuletzt: Die Filme

Das letzte ist keine News vom „First Contact Day“ – aber von kurz danach. Es wird langsam Ernst um die Filme, deswegen nehmen wir das hier wieder auf. Paramount hat einen Starttermin für einen neuen JJTrek-Film gesetzt: 9. Juni 2023. Einen Kinostart zu setzen war in der Star-Trek-Geschichte immer eine gute Idee (vergleiche unsere Filmfolgen!).

Wir können davon ausgehen, dass JJ Abrams produzieren wird und dass Kalinda Vazquez derzeit die Autorin ist. Bleiben wir gespannt.

 


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Benjamin
Benjamin
29 Tage zuvor

Hallo ihr Lieben, dann eröffne ich hier mal die Kommentare. 🙂 Zu dem Trailer von Discovery. Wie richtig bemerkt, sieht man da Saru einerseits (offenbar) auf Kaminar in einer Kelpianeruniform und andererseits im Hintergrund auf der Brücke der Discovery an seiner alten Station. Da trägt er allerdings wie Burnham einer Captainsuniform (erkennbar am Kommando-Rot und den Schulterstücken, welche ansonsten nur Burnham hat). Bei den neuen Uniformen ist mir noch aufgefallen, dass außer Burnham und eben Saru niemand sonst rote Uniformen trägt. Detmer und Owo tragen Gelb, obwohl sonst die Navigatoren und Piloten immer die Farbe der Kommandouniformen trugen (also rot… Weiterlesen »

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